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Laumann: Was NRW nutzt

zuletzt aktualisiert: 03.07.2010 - 02:30

Interview Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales

Herr Laumann, die Kampfkandidatur um den Fraktionsvorsitz war ja abzusehen. Rechnen Sie mit einem knappen Ergebnis bei der Abstimmung am Dienstag?

Laumann Darüber will ich nicht spekulieren. Am Dienstag bewerben sich zwei Menschen, die sich 20 Jahre kennen, die sich schätzen und jetzt beide das Amt anstreben. Ich glaube, dass wir beide eine Menge einbringen können.

Sie lassen sich nicht so gern auf Arbeit und Soziales beschränken. . .

Laumann Ich habe 25 Jahre Kommunalpolitik betrieben, war fünf Jahre Vorsitzender eines Schulausschusses und über zwölf Jahre einer Stadtratsfraktion. Im Bundestag habe ich drei Jahre die Arbeitsgruppe Wirtschaft und Arbeit geleitet.

Fünf Jahre waren Sie in NRW Minister. Fällt der Abschied schwer?

Laumann Ja. Ich darf wohl sagen, dass mein Ministerium fünf Jahre lang gute Arbeit geleistet hat. Wir haben die Krankenhausfinanzierung völlig umgestellt und den Krankenhäusern wesentlich mehr Freiheit gegeben. Außerdem konnte in einem großen Konsens mit allen Beteiligten das Heimgesetz verabschiedet werden.

Mit Blick auf die Wahl des Fraktionschefs am Dienstag gab es zahlreiche Vermittlungsversuche, die aber offenkundig interessengeleitet waren, oder?

Laumann Es ist doch völlig in Ordnung, wenn ausgelotet wird, ob und wie eine Kampfkandidatur verhindert werden kann. Manche haben sich sicher gefragt, wie sie uns davor bewahren können – und sie haben es sicher gut gemeint. Ich muss sagen: Meine Achtung und meine Wertschätzung für Armin Laschet ist in diesen Tagen gestiegen. Wie wir miteinander umgegangen sind, war in Ordnung. Ich glaube, dass er das umgekehrt auch so sieht.

Besser, die CDU hat zwei geeignete Bewerber als einen Verlegenheitskandidaten. Was spricht eigentlich gegen eine Kampfabstimmung?

Laumann Das liegt wohl daran, dass man in der Politik generell die Sorge hat, dass derjenige, der unterliegt, als beschädigt gilt. Das mag sein, aber es kann auch sein, dass man aus einer Niederlage gestärkt hervorgeht. Wichtig ist jedenfalls, wie der Sieger damit umgeht.

Werden Sie am Dienstag eine Art Bewerbungsrede halten?

Laumann Ja. Natürlich wird man sich da vorstellen. Das ist doch klar.

Stünden Sie im Fall einer Niederlage für das Amt des stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden zur Verfügung?

Laumann Ja.

Wo würden Sie als Fraktionschef die Minderheitsregierung attackieren? Bei ihrer Abhängigkeit von der Linken?

Laumann Ich glaube zunächst einmal, dass die CDU-Fraktion Teamarbeit braucht. Sie braucht eine Mannschaft, die jederzeit in der Lage ist, der Minderheitsregierung Paroli zu bieten. Man muss wissen, dass die Linkspartei gedanklich immer mit am Kabinettstisch sitzt, und das muss man deutlich machen. Natürlich werden wir im Landtag alles unter dem Blickwinkel betrachten: Was nutzt dem Land? Wir haben die große Aufgabe, das politische Erbe der Regierung Rüttgers zu verteidigen. Die Union muss sich aber auch inhaltlich weiterentwickeln.

Wie denn?

Laumann Etwa in der Schulpolitik. Wir müssen für die Mitte der Gesellschaft Politik machen. Damit meine ich die Leute, die ihre Familien vernünftig versorgen, jeden Tag arbeiten gehen, die Steuern zahlen und sich an die Gesetze halten. Diese Menschen sollten wir bei allem, was wir tun, im Auge haben.

Streben Sie das Amt des stellvertretenden Bundesvorsitzenden an?

Laumann Nein. Ich bin ja bereits Mitglied des Präsidiums.

Detlev Hüwel führte das Gespräch.

Quelle: Rheinische Post

 
 
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