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Laumann - der eigentliche Arbeiterführer der Union

VON DETLEV HÜWEL - zuletzt aktualisiert: 07.07.2010 - 02:30

Karl-Josef Laumann, der am Sonntag 53 Jahre alt wird, lebt in Hörstel-Riesenbeck (Kreis Steinfurt), wo er auch geboren wurde. Nach der Hauptschule absolvierte er eine Lehre als Maschinenschlosser. Er ist katholisch, verheiratet und hat drei Kinder. 1974 trat Laumann der CDU bei und wenige Jahre später auch der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), deren Bundesvorsitzender er inzwischen ist. So gesehen, ist er mehr "Arbeiterführer", als es Jürgen Rüttgers je war.

1990 zog Laumann in den Bundestag ein und wurde sozialpolitischer Sprecher der Unionsfraktion. 2002 bis 2005 leitete er, worauf er in diesen Tagen gern verweist, die Arbeitsgruppe der Fraktion für Arbeit und Wirtschaft. 2005 berief ihn Ministerpräsident Jürgen Rüttgers als Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales in sein Kabinett.

Wegen seiner beruflichen Herkunft gilt Laumann manchen als "Blaumann der Union", andere sehen in ihm gar das "soziale Gewissen" in Anlehnung an den früheren NRW-Regierungschef Karl Arnold (CDU), der 1950 betont hatte, Nordrhein-Westfalen wolle das soziale Gewissen der Bundesrepublik sein.

Die CDU soll nach Laumanns Auffassung allerdings "weder Arbeiter- noch Wirtschaftspartei" sein. "Ich möchte, dass sie eine Volkspartei ist", sagte er gestern nach seiner Wahl zum Vorsitzenden der Landtagsfraktion.

Die Union solle "Politik aus dem christlichen Menschenbild heraus gestalten". Dabei müsse die "klassische Familie" wieder stärker in den Mittelpunkt rücken, ohne dass diejenigen verprellt würden, die sich für andere Lebensformen entschieden hätten. Der klassische Konservative in ländlichen Regionen müsse sich in der Partei genauso wiederfinden wie der Großstädter. Er glaube, so betont Laumann, "dass die CDU diesen Spagat hinkriegt, ohne ihre Identität zu verlieren".

Stellvertretender CDU-Bundesvorsitzender will Laumann nicht werden; Ambitionen auf den CDU-Landesvorsitz hat er erklärtermaßen auch nicht – wohl aber auf die bevorstehende Auseinandersetzung mit der Regierung Kraft, "bei der die Linkspartei gedanklich immer mit am Kabinettstisch sitzt".

Quelle: Rheinische Post

 
 
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