Laschet kritisiert Italiener
VON DETLEV HÜWEL - zuletzt aktualisiert: 08.09.2010 - 02:30In der Ruhrgebietsstadt Bottrop treffen heute Abend die beiden Bewerber um den CDU-Landesvorsitz, Ex-Familienminister Armin Laschet und Bundesumweltminister Norbert Röttgen, zu einer weiteren Vorstellungsrunde zusammen. Nachdem Röttgen bei den ersten Treffen als Punktsieger gegolten hatte, konnte Laschet am Montag in Iserlohn Boden wettmachen. Für seine Äußerung, dass man sich zwar mit den Thesen von Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin (SPD) zur Integrationspolitik auseinandersetzen müsse, ihn aber nicht zum Märtyrer machen dürfe, indem man ihn aus der Partei ausschließt, bekam er starken Beifall.
Laschet, der als Minister auch für den Bereich Integration zuständig war, bekräftigte in Iserlohn seine These, dass die Italiener in NRW zum Teil größere Bildungsprobleme hätten als die Türken. Im Gespräch mit unserer Zeitung verwies Laschet gestern darauf, dass 12,7 Prozent der türkischstämmigen Jugendlichen in NRW keinen Hauptschulabschluss besäßen. Bei den Italienischstämmigen seien es jedoch 14,8 Prozent. Der Grund sei, dass "die Italiener in zwei Welten leben: Im Sommer sind sie bei uns, im Winter in Italien. Und die Kinder hängen dazwischen."
Im Zweikampf um den CDU-Vorsitz gibt es noch drei weitere Regionalkonferenzen: am kommenden Freitag in Aachen (19 Uhr), am Freitag, 17. September in Düsseldorf (19 Uhr) und am Samstag, 25. September in Krefeld (10 Uhr).
Nach den Vorstellungsrunden werden den 160 000 Mitgliedern der NRW-CDU die Wahlunterlagen zugeschickt. Ab 4. Oktober ist Briefwahl möglich. Die Stimmabgabe in den Kreisgeschäftsstellen ist für den 31. Oktober vorgesehen. Noch am Abend soll das Ergebnis bekanntgegeben werden. Der Landesparteitag wird am 6. November in Bonn den neuen Vorsitzenden formal ins Amt wählen.
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