Kraft: Koalitionsvertrag wird NRW guttun
VON DETLEV HÜWEL - zuletzt aktualisiert: 13.07.2010 - 02:30Eine halbe Stunde nehmen sich Hannelore Kraft (SPD) und Sylvia Löhrmann (Grüne) Zeit, um durch die wiedereröffnete Kunstsammlung NRW (K 20) zu streifen. Die Hausherrin, Direktorin Marion Ackermann, führt die Politikerinnen durch die exquisite Sammlung moderner Kunst. Beide sind begeistert, doch die Zeit drängt. Für halb elf ist im K 20 die Unterzeichnung des rot-grünen Koalitionsvertrages angesetzt.
"Wir wollen und werden eine stabile Regierung aufbauen", sagt Kraft, fügt aber sogleich hinzu: "So stabil wie möglich." Morgen wird sie zur Ministerpräsidentin gewählt, und Löhrmann, die künftige Schulministerin, wird ihre Stellvertreterin. Der Koalitionsvertrag dient der Minderheitsregierung zur politischen Kursbestimmung. Der Vertrag sei ein "gutes Werk, und es wird Nordrhein-Westfalen guttun", sagt Kraft.
Paarweise setzen Sozialdemokraten und Grüne ihre Unterschriften unter das gebundene Vertragswerk, dessen Deckblatt einen Reißverschluss zeigt, der eine grüne und eine rote Hälfte zusammenfügt. "Zusammen für NRW" lautet die Überschrift. SPD-Generalsekretär Michael Groschek und Grünen-Landeschefin Monika Düker sind die ersten, die zum Federhalter greifen. Sie gehörten ebenso wie die 25 weiteren Unterzeichner den Verhandlungskommissionen an.
Auch Hannelore Kraft und Sylvia Löhrmann setzen ihren Namen unter den Vertrag, der in doppelter Ausfertigung – je ein Exemplar für SPD und Grüne – ausliegt. Danach umarmen sich die beiden Frauen, die sich inzwischen duzen, und stoßen auf das Ereignis des Tages an. Davon, dass sich draußen ein kräftiges Unwetter zusammenbraut, ist im K 20 nichts zu spüren.
Die Feierlaune von SPD und Grünen wird dadurch beflügelt, dass die neueste WDR-Umfrage Rot-Grün mit 53 Prozent klar vorn sieht. "Kommt es zu Neuwahlen?", wird Kraft gefragt. Doch sie wehrt ab: Man könne doch nicht so lange wählen lassen, bis einem das Ergebnis passt. Das Regieren werde allerdings nicht leicht. Entscheidend werde sein, wie sich die anderen Fraktionen verhalten. Anknüpfungspunkte, so sagt sie, müssten sowohl CDU als auch FDP und Linke im Koalitionsvertrag finden.
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