Berlin: Kraft feiert NRW in Berlin
VON GREGOR MAYNTZ - zuletzt aktualisiert: 25.09.2012 - 02:30Berlin (RP). Tritt die nordrhein-westfälische Regierungschefin Hannelore Kraft (SPD) doch schon im nächsten Jahr gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an? Weil sie die Lösung für eine besondere Herausforderung gefunden hat: zugleich "in NRW bleiben" zu wollen und doch den lauter werdenden Rufen vieler Genossen nach einer Kanzlerkandidatin Kraft in Berlin zu folgen? Jedenfalls begrüßte Hannelore Kraft gestern Abend rund 2000 Gäste "hier in Nordrhein-Westfalen" – und dieses "hier" lag am Rande des Regierungsviertels mitten in Berlin: "Sommerfest" der NRW-Landesvertretung.
Wegen eines "kleinen verzögernden Elementes" (Krafts Umschreibung der Neuwahlen in NRW) waren die Nordrhein-Westfalen mit ihrer Megafete im Kalender weit nach hinten gerutscht. Ein Sommerfest mit herbstlichem Feeling also. Vor das Vergnügen hatte die rot-grüne Landesregierung eine Kabinettssitzung im Tiergarten gestellt. "Routiniert" sei sie gewesen, berichtete Kraft – und mit positiver Grundintonierung, denn der rot-grüne Abstimmungserfolg vom Freitag im Bundesrat zur Frauenquote wirkte noch nach – und beflügelte naturgemäß die Stimmung bei der rot-grünen NRW-Präsenz in Berlin.
Das Land präsentierte sich gestern beim Bund in neuem Ambiente: edel, elegant, gediegen. Wäre man nach einem Jahr von privaten Freunden zum Sommerfest geladen gewesen und hätten die einen so empfangen wie Nordrhein-Westfalen gestern Abend, man hätte gewusst: Die haben es zu etwas gebracht. Statt Matschwege feine Holzpalisadenwege und dazu Kulinarisches vom Sternekoch Olaf Bauermeister. Hannelore Kraft vor der Neuwahl mag "Currywurst" plakatiert haben, die Kraft nach der Wahl steht für "Quiche von Sauerländer Brennnesselspitzen mit Kräutercreme & luftgetrocknetem Mescheder Schinken".
Kleiner Schönheitsfehler am Rande: Kölsch und Pils kamen aus dem Fass, das Alt nur verschämt in einer Ecke aus der Flasche. Auf Nachfrage.
Der Stimmung tat das keinen Abbruch. Zuerst bei Marianne Rosenberg, dann bei den Bläck Fööss (Kraft: "für jeden Geschmack etwas") ließ die Regierungschefin "in NRW" so richtig die Post abgehen.
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