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Kochs Rücktritt löst Führungsstreit in CDU aus

zuletzt aktualisiert: 31.05.2010 - 02:30

Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) hat als Grund für seinen Rückzug aus der Politik den Verlust an Gestaltungsmöglichkeiten genannt. Im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" sagte er: "An einem bestimmten Punkt tritt für Politiker ein Verschleißprozess ein, der größer ist als seine Gestaltungsmacht. Diesen Punkt muss er aus eigener Kraft finden." Koch gab an, bereits vergangenen Herbst den Zeitpunkt seines politischen Rücktritts festgelegt zu haben. Dieser Rückzug "bedeutet keine Fahnenflucht", versicherte der stellvertretende CDU-Vorsitzende. "Man darf nicht den Eindruck erwecken, man habe eine Gestaltungsmacht, die man gerade verliert. Das nützt niemandem und wäre Vertrauensmissbrauch." Es werde Tage geben, an denen er seinem Amt nachtrauern werde. "Ich habe meinen Entschluss ja nicht aus Überdruss getroffen. Es ist eine Entscheidung der Vernunft." Wie seine berufliche Zukunft aussieht, ist weiter ungewiss. "Ich habe noch keinen neuen Job. Ich unterschreibe nirgendwo, solange ich Ministerpräsident des Landes Hessen bin", sagte er. Zum 31. August wird er als Ministerpräsident zurücktreten und sein Landtagsmandat niederlegen.

Unterdessen haben Koch-Unterstützer Kanzlerin Angela Merkel attackiert. Sie habe nicht genug getan, um ihren Konkurrenten zu halten. "Ich kann mir nicht vorstellen, wie die Lücke geschlossen werden kann, die Roland Koch gerissen hat. Er war ein Hoffnungsträger für all diejenigen, die sich klare Aussagen wünschen", sagte etwa der Vorsitzende der Jungen Union und CDU-Präsidiumsmitglied Philipp Mißfelder. Die Kanzlerin sei jetzt gefordert, "in den nächsten Monaten eine neue Mannschaftsaufstellung zu finden". Auch aus der hessischen CDU kommt Kritik. "Eigentlich sollte man dafür Sorge tragen, dass man solche Talente wie Roland Koch in der Politik hält", sagte der ehemalige Arbeitsminister Franz Josef Jung. Der Chef der hessischen CDU-Landtagsfraktion, Christean Wagner, zeigte sich besorgt: "Mit dem Fortgang von Roland Koch und zuvor schon von Friedrich Merz hat die personelle Bandbreite der CDU erheblichen Schaden genommen."

Quelle: Rheinische Post

 
 
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