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Italien trauert um Erdbeben-Tote

zuletzt aktualisiert: 11.04.2009 - 02:30

L'aquila. Rund 10 000 Menschen haben in einer bewegenden Trauerfeier von den Opfern der Erdbebenkatastrophe Abschied genommen. Papst Benedikt XVI. rief die Menschen in einem von seinem Privatsekretär Georg Gänswein verlesenen Grußwort auf, in der Stunde der Not zusammenzustehen. Die Totenmesse für die 289 Opfer wurde vom vatikanischen Staatssekretär Kardinal Tarcisio Bertone gelesen.

Der Vatikan erteilte dafür eigens eine Sondergenehmigung, weil der Karfreitag der einzige Tag im Kirchenjahr ist, an dem keine Messe gefeiert werden soll. Bertone versuchte, den Blick der Trauernden auf das Ostergeschehen mit der Auferstehung zu lenken: "Das wird euer Ostern sein, ein Ostern, das aus den Trümmern eines Volkes neu erstehen wird, welches in seiner Geschichte so viel Leid erlebt hat." Weil mehrere Muslime unter den Toten sind, wandte sich auch ein Imam an die Trauergemeinde.

Der Gottesdienst fand unter freiem Himmel in L'Aquila statt – ein anderer Ort stand nicht zur Verfügung, weil alle Kirchen der Stadt beschädigt oder zerstört sind. Auch Ministerpräsident Silvio Berlusconi nahm an der Trauerfeier teil und sprach von einem "Augenblick großer Emotionen".

Viele Särge waren mit Blumen und Fotos der Toten bedeckt. Auf einigen standen kleinere weiße Särge mit den Leichen von Kindern, die zusammen mit ihren Eltern beerdigt wurden. Flaggen wehten auf Halbmast, Geschäfte schlossen ihre Fensterläden, Flughäfen unterbrachen für eine Schweigeminute Starts, und die Lotsen legten ihre leuchtenden Westen ab.

Quelle: Rheinische Post

 
 
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