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Hundegesetz: NRW bleibt bei strengen Höhn-Regeln

VON GERHARD VOOGT - zuletzt aktualisiert: 21.11.2008

Düsseldorf. Das Hundegesetz von NRW gilt als eines der schärfsten in Deutschland. Die damalige Umweltministerin Bärbel Höhn (Grüne) zog 2002 den Zorn vieler Hundebesitzer auf sich, als sie nach einer Serie von schweren Beißattacken eine weitreichende Leinenpflicht und ein Zuchtverbot für Kampfhunde durchsetzte. Auch die damalige Opposition kritisierte das Gesetzeswerk. Jetzt, da CDU und FDP selbst regieren, rät ein Bericht des Umweltministeriums an, die strengen Höhn-Regelungen beizubehalten. Das Gesetz habe sich „im Grundsatz bewährt“, heißt es in einer Evaluation, die unserer Zeitung vorliegt. Die Zahl der Beißunfälle sei „deutlich zurückgegangen“. So sank die Unfallquote bei den Pitbull-Terriern bei annähernd gleichem Bestand im Zeitraum zwischen 2003 und 2007 um mehr als 70 Prozent.

Pitbull, American Staffordshire, Bullterrier und Staffordshire Bullterrier sowie ihre Kreuzungen waren von Höhn als besonders aggressiv eingestuft worden. CDU und FDP hatten bemängelt, die Gefährlichkeit eines Hundes könne nicht allein durch die Rassezugehörigkeit bestimmt werden. Schwarz-gelb nahm sich daher 2005 im Koalitionsvertrag vor, die Rasselisten zu „überarbeiten“. Doch nun wird die Kategorisierung als Erfolg gewertet.

Der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) kritisierte, NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg (CDU) setze entgegen bisheriger Ankündigungen die restriktive Hundepolitik seiner Amtsvorgängerin fort. Dies sei „sehr schade“, sagte eine VDH-Sprecherin unserer Zeitung.

Uhlenberg verwies darauf, das Parlament müsse nun die Schlussfolgerungen aus dem Bericht ziehen. Der Minister lobte die Disziplin der Hundebesitzer, die zum Rückgang bei den Beißunfällen mit beigetragen hätte. Der CDU-Abgeordnete Clemens Pick, einst scharfer Gegner der Höhn-Verordnung, sprach sich dafür aus, den Zwang zum Abschluss einer Hundehaftpflichtversicherung in eine Novelle aufzunehmen. Holger Ellerbrock, umweltpolitischer Sprecher der FDP, wiederholte die Bedenken der Liberalen gegen die Rasselisten und forderte eine Ausweitung der Sachkundeprüfungen für Hundehalter. Das Problem der Gefährlichkeit liege „nicht beim Tier, sondern am anderen Ende der Leine“.

Quelle: Rheinische Post

 
 
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