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Erst in Tagen wieder normaler Flugverkehr

zuletzt aktualisiert: 19.04.2010 - 02:30

In Deutschland ist der Reiseverkehr aufgrund der Aschewolke des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull weiter stark beeinträchtigt.

Wie sieht derzeit die Lage an den Flughäfen aus?

Insgesamt sind in den vergangenen vier Tagen in Düsseldorf 1675 Flüge ausgefallen, 152 000 Passagiere waren betroffen. "Schon jetzt liegt der Schaden in Millionenhöhe", sagte Sprecher Christian Witt. Bis zur völligen Normalisierung des Flugverkehrs würden noch mindestens drei Tage vergehen. Die Fluggesellschaft Ryanair, die am Airport Weeze Maschinen stationiert hat, kündigte an, mindestens bis Mittwochmittag keine Flüge durchzuführen. Am Frankfurter Flughafen saßen gestern rund 700 Fluggäste fest. Ihnen wurden Rundfahrten über das Flughafengelände angeboten, für Kinder traten Kleinkünstler auf. Außerdem wurden Duschen eingerichtet, und es gab frische Wäsche für die Reisenden.

Warum sind gestern trotzdem Flugzeuge in Düsseldorf gestartet?

Es gab sieben sogenannte Überführungsflüge zwischen Düsseldorf und Amsterdam. Dabei sind die Piloten mit leeren Maschinen in Höhen von 3000 bis 4000 Metern geflogen, also wesentlich tiefer als üblich. Alle Flüge verliefen nach Angaben des Flughafens problemlos.

Was erwartet die Pendler der Deutschen Bahn heute?

Die Deutsche Bahn rechnet mit vollen Zügen und rät Pendlern, einen Sitzplatz zu reservieren. "Am Wochenende verlief der Zugverkehr in NRW weitgehend planmäßig", sagte gestern ein Sprecher der Bahn. Zu überfüllten Bahnsteigen und tumultartigen Szenen wie in Frankfurt sei es nicht gekommen. Die Bahn stelle zusätzliche Züge und mehr Personal bereit. Im Berufsverkehr könne es jedoch voll werden. "Deshalb sollten sich Zugreisende überlegen, ob sie Termine verlegen oder mit dem Auto fahren können."

Wie stellt sich die Situation für Touristen dar, die am Urlaubsort festsitzen?

Laut Deutschem Reiseverband konnten am Wochenende rund 150 000 deutsche Pauschalreisende weder nach Hause noch zu ihren Ferienzielen fliegen. Der Reiseanbieter Tui brachte bis gestern Vormittag rund 1000 Gäste von verschiedenen Inseln auf das europäische Festland, von wo aus sie mit Bussen nach Frankfurt am Main gebracht wurden. Schwerpunkt war Mallorca, wo zeitweise 2800 Tui-Gäste festsaßen. 540 wurden nach Barcelona geflogen. Das Auswärtige Amt wies alle Botschaften an, der Betreuung betroffener Bundesbürger höchste Priorität einzuräumen.

Was erwartet Arbeitnehmer, die verspätet zurückkehren?

Die Betroffenen müssen damit rechnen, dass die Fehltage mit offenen Urlaubstagen verrechnet werden oder das Gehalt gekürzt wird. Außerdem drohen ihnen zusätzliche Reisekosten, da viele Veranstalter die Verträge mit den Gästen kündigten und nur die zusätzlichen Übernachtungen bis gestern zahlen. Die Touristen haben dann zwar einen Anspruch auf einen Rückflug in die Heimat. Doch für die Kosten müssen sie zur Hälfte aufkommen.

Quelle: Rheinische Post
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