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Die FDP streitet um die Zukunft Westerwelles

VON GREGOR MAYNTZ - zuletzt aktualisiert: 26.08.2010 - 02:30

Es mehren sich die Stimmen, die Vizekanzler und Außenminister Guido Westerwelle den Verzicht auf den FDP-Parteivorsitz empfehlen. Der saarländische FDP-Generalsekretär Rüdiger Linsler sagte, der Rücktritt sei ein "notwendiger Schritt". Wenn die FDP auf Bundesebene jetzt nicht die Reißleine ziehe, würden Landes- und Kommunalpolitiker bei den anstehenden Wahlen um die Früchte ihrer Arbeit vor Ort gebracht.

Der Berliner FDP-Fraktionschef Christoph Meyer setzte Westerwelle eine Frist bis Ende Oktober. Wenn bis dahin keine messbare Stimmungswende eingetreten sei, müsse über eine "Neustrukturierung der Aufgabenverteilung" gesprochen werden. Nach einer aktuellen Forsa-Umfrage hat sich die FDP lediglich von vier auf fünf Prozent verbessert.

Am Wochenende hatte bereits der hessische FDP-Vorsitzende Jörg-Uwe Hahn Westerwelle empfohlen, sich auf das Auswärtige Amt zu konzentrieren. FDP-Parteivize Rainer Brüderle rief gestern die Kritiker zur Ordnung: "Wir stehen in guten Zeiten zusammen und auch in schwierigen", sagte der Bundeswirtschaftsminister. Schleswig-Holsteins FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki forderte Hahn ebenfalls auf, sich mit seiner Kritik an Westerwelle zurückzuhalten. Sachsens FDP-Chef Holger Zastrow nannte die Angriffe aus dem Saarland eine "Frechheit".

Entwicklungs-Staatssekretärin Gudrun Kopp erklärte gegenüber unserer Zeitung, die Mitglieder an der Basis stünden "noch" unbeirrt fest zur FDP. "Aber sie erwarten mit wachsender Ungeduld, dass wir Liberale unser Profil innerhalb der Berliner Koalition sichtbar machen – ohne öffentliches Gezeter."

Quelle: Rheinische Post

 
 
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