Darum geht es in der CDU-Debatte
VON SVEN GÖSMANN - zuletzt aktualisiert: 13.01.2010 - 02:30düssseldorf Die CDU-Chefin demonstriert ganz bewusst Gelassenheit: "Ich freue mich auf die gemeinsame Klausurtagung des CDU-Bundesvorstands am Donnerstag und Freitag", antwortete Kanzlerin Angela Merkel gestern auf die Frage von Journalisten nach ihrem Gemütszustand angesichts der Debatte um den Zustand der Union und ihre Führungsqualitäten.
Es war die erste öffentliche Äußerung der CDU-Vorsitzenden überhaupt zu der von vier Unions-Landespolitikern am vergangenen Wochenende veröffentlichten Kritik an der vermeintlichen Profillosigkeit der CDU und dem präsidialen, sprich: schwachen, Führungsstil Angela Merkels. Einer der Wortführer, der sächsische CDU-Fraktionschef Steffen Flath, legte jetzt nach: Gelegentlich wünsche er sich schon ein "Machtwort" von Merkel, wenn es in der schwarz-gelben Berliner Koalition drunter und drüber gehe. Flath giftig: "Und zwar nicht nur, wenn es um den Papst, sondern um inhaltliche Dinge geht." Neben Flath hatten auch die Fraktionschefs aus Thüringen und Hessen, Mike Mohring und Christean Wagner, sowie die brandenburgische Vizefraktionschefin Saskia Ludwig den offenen Brief an Merkel unterzeichnet.
Sie kritisierten darin den "präsidialen Stil", in dem Merkel die Partei führe und mit dem sie auch den Bundestagswahlkampf bestritten habe. Statt aggressiv den politischen Gegner zu bekämpfen, sei sie wie eine Vertreterin der großen Koalition mit der SPD aufgetreten. Außerdem vernachlässige Merkel den christlich-konservativen Flügel der Partei und rede das Bundestagwahlergebnis von 33,8 Prozent schön. Die CDU verliere so ihre Kernwähler.
Unterstützer Merkels wie CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe aus Neuss oder ihre Parteistellvertreter Annette Schavan und Roland Koch hatten in den vergangenen Tagen die Kritik als überzogen und unberechtigt zurückgewiesen.
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