CDU soll mehr diskutieren
VON DETLEV HÜWEL - zuletzt aktualisiert: 19.08.2010 - 02:30Gestern Mittag, kurz vor zwölf: Norbert Röttgen schlendert entlang der belebten Düsseldorfer Kavalleriestraße. Der Bundesumweltminister atmet noch einmal durch. In wenigen Minuten wird er in der nahe gelegenen CDU-Parteizentrale erstmals vor der Presse erklären, warum er für den Vorsitz der NRW-CDU kandidiert.
Er macht dies unverkrampft und mit wohlgesetzten Worten. Kern der 15-minütigen Erklärung: In der Partei muss mehr diskutiert werden. Vor allem darüber, was CDU-Politik ist und wohin sie führen soll. Röttgen, der drei schulpflichtige Kinder hat, mahnt eindringlich, politische Konzepte aus der Sicht der nachwachsenden Generation zu entwickeln. Nicht nur die SPD, auch die CDU habe "keine Garantie darauf, Volkspartei zu bleiben, sondern wir müssen es uns immer wieder erarbeiten." Das bedeute: "Ordnung und Orientierung stiften und der Gesellschaft Halt, Richtung und Perspektive geben."
Der Bundesminister betont die Bedeutung von Wirtschaft, Finanzen und Bewahrung der Schöpfung. Alle drei Bereiche hängen für ihn eng zusammen. Da gebe es kein Gegeneinander von Landes- und Bundespolitik. Mit seinen Schwerpunkten unterscheide er sich von seinem Mitbewerber Laschet, sagt er auf Nachfrage von Journalisten.
Sein Verhältnis zu Generalsekretär Krautscheid gilt als gestört, weil sich dieser für Laschet ausgesprochen hat. Will ihn Röttgen durch den Chef der Ruhr-CDU, Oliver Wittke, ersetzen? Röttgen hält sich bedeckt, lobt vielmehr die künftige Zusammenarbeit mit Fraktionschef Laumann, der aber auch im Laschet-Lager steht. Röttgen pocht darauf, dass Fairness herrschen müsse – im Umgang mit dem politischen Gegner ebenso wie in der Partei.
Derweil veröffentlicht der "Stern" eine Umfrage, wonach nur 24 Prozent der Bundesbürger wünschen, dass Röttgen in der CDU eine größere Rolle spielt. Bei den CDU-Anhängern sind es 34 Prozent.
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