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"Atommüll soll in Ahaus bleiben"

VON DETLEV HÜWEL - zuletzt aktualisiert: 19.11.2010 - 02:30

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) soll den geplanten Atommüll-Transport von Ahaus (Münsterland) nach Russland verbieten. Dies fordern die Grünen in NRW unter Hinweis auf massive Sicherheitsmängel beim Transport und vor allem in der russischen Wiederaufbereitungsanlage Majak. Seit 2005 befinden sich im Zwischenlager Ahaus 18 Castor-Behälter mit Brennelementen aus einem früheren DDR-Forschungsreaktor im sächsischen Rossendorf, der 1991 abgeschaltet wurde. Die Brennelemente stammen aus der damaligen Sowjetunion.

Russland sei aufgrund von internationalen Verträgen zwar verpflichtet, den Atommüll zurückzunehmen, allerdings nur, wenn der Schiffstransport noch in diesem Jahr beginne und spätestens im April 2011 abgeschlossen werde, erklärte der Grünen-Landtagspolitiker Hans Christian Markert vor Journalisten in Düsseldorf. Sachsen dränge auf den Abtransport, um Geld zu sparen. Die jährlichen Lagerkosten beliefen sich für Sachsen auf rund drei Millionen Euro.

Aus der russischen Rücknahmepflicht ergibt sich nach Markerts Ansicht nicht zwangsläufig eine Rückgabepflicht. Vielmehr müsse die Bundesregierung die Transporte wegen großer Sicherheitsrisiken untersagen. Es handelt sich um 951 Brennelemente, die in drei Transporten mit je sechs Castor-Behältern nach Russland gebracht werden sollen. Hamburg und Bremen haben bereits angekündigt, dass sie ihre Häfen nicht für den Schiffstransport in die russische Hafenstadt Murmansk öffnen werden.

Der Umweltschützer Vladimir Slivyak, Sprecher der russischen Umweltorganisation Ecodefense, bezeichnete die Lage in Majak als katastrophal. Die Gegend sei total verstrahlt. Jahrzehntelang seien hochradioaktive Abwässer in Seen und in einen Fluss geleitet worden. Die Strahlung dort sei tausendmal höher als in der freien Natur. Erst im August hatten die Behörden den Notstand in der Region ausgerufen, nachdem verheerende Waldbrände der Wiederaufbereitungsanlage Majak gefährlich nahe gekommen waren.

Majak sei das "radioaktiv verseuchteste Gebiet der Erde", warnen auch die Grünen. Vor diesem Hintergrund fordern sie, den Atommüll in Ahaus zu belassen, bis ein Endlager in Deutschland zur Verfügung stehe. Gorleben komme dafür nicht infrage. Es sei dringend nötig, in Bayern und Baden-Württemberg geeignete Lagerstätten in Tonformationen oder Fels- und Granitgestein ausfindig zu machen. In Ahaus könne der Müll nicht auf unabsehbare Zeit bleiben. Markert: "Ahaus ist nicht das Atomklo Deutschlands." Für Sonntag haben die Grünen zu einer Demonstration am Zwischenlager Ahaus gegen den Transport nach Majak aufgerufen.

Quelle: Rheinische Post

 
 
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