kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
       
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast

Ampel ist die Chance der Grünen

VON DETLEV HÜWEL - zuletzt aktualisiert: 07.06.2010 - 02:30

Morgen führen SPD und Grüne in Düsseldorf ein erstes Sondierungsgespräch mit der FDP. Rot-Grün beharrt auf einem "Politikwechsel" in NRW. Für ein Dreier-Bündnis müssten die Liberalen einen hohen Preis zahlen. Kann die Partei das verkraften?

Im ersten Sondierungsgespräch von SPD und Grünen mit der FDP dürfte sich morgen herausstellen, ob Chancen für eine Ampel-Koalition in NRW bestehen. Angesichts erheblicher programmatischer Unterschiede überwiegen jedoch die Zweifel. Bei den Gesprächen mit der Linkspartei war sich das Damen-Duo Hannelore Kraft (SPD) und Sylvia Löhrmann (Grüne) schon nach fünf Stunden einig, dass Weiterreden zwecklos ist – man gab der Linken den Laufpass.

Damals rückte eine große Koalition näher. Das sonderbare Angebot von Kraft an die Grünen, mit ihr bei der Union zu sondieren und gegebenenfalls einer großen Koalition beizutreten, wiesen die Grünen umgehend zurück. Man könne die Oppositionsarbeit doch nicht FDP und Linkspartei überlassen, sagte Fraktionschefin Löhrmann mit einem Anflug von Entrüstung.

Hinter dieser Absage mag auch die Überlegung gestanden haben, dass die Grünen politisch-inhaltlich zwischen SPD und CDU "zerrieben", zumindest aber ihr Profil verlieren würden. Mit ihrer Standfestigkeit machte Löhrmann jedenfalls deutlich, dass die Grünen keineswegs so "machtversessen" sind, wie die CDU im Wahlkampf behauptet hat.

Im Umgang mit der Linkspartei haben sich die Grünen verantwortungsbewusst gezeigt. Denn sie waren es, die ihr eine unzweideutige Erklärung abverlangt haben, dass die DDR ein Unrechtsstaat gewesen ist. Dass die Grünen so viel Wert darauf legten (die SPD hätte sich mit einem Formelkompromiss begnügt), verwundert nicht, ist doch die 1990 in der DDR gegründete Bewegung "Bündnis 90" längst Teil der Partei, die sich offiziell "Bündnis 90/Die Grünen" nennt.

Der jähe Abbruch der Gespräche mit der Linken bedeutete aus Sicht der Grünen das Aus für eine Regierungsbeteiligung und die Fortsetzung der Opposition. Nach den drei Sondierungsrunden mit der CDU, die aus Sicht der SPD unbefriedigend verliefen, und nach dem erneuten Umfallen der FDP sind die Chancen für die Grünen gewachsen, doch noch an die Macht zu kommen.

Aber wie realistisch ist diese Option? Nicht einmal die FDP ist geschlossen in der Frage, ob eine Ampel mit Rot-Grün anzustreben sei. Der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Gerhard Papke, hat ein solches Dreierbündnis von Anfang an ausgeschlossen. Der Parlamentarische Geschäftsführer im Landtag, Ralf Witzel, und Fraktionsvize Dietmar Brockes denken genauso. Aus Mönchengladbach gibt es Proteste der Basis samt Aufforderung an den Landesvorstand, sich an den Parteitagsbeschluss von 2. Mai mit dem Nein zu Rot-Grün zu halten.

Zudem trennen Welten die Programmatik von SPD/Grünen und FDP. Die Liberalen müssten als Erstes bereit sein, die Studiengebühren abzuschaffen, obwohl Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart, der auch FDP-Landesvorsitzender ist, das Beitragssystem als unerlässlich für die Verbesserung der Studienbedingungen erachtet. Für SPD und Grüne wäre die Ankündigung, dass die Studienbeiträge (schrittweise?) fallen, das sichtbare Symbol für den geforderten "Politikwechsel" in NRW. Will und kann Pinkwart diesen hohen Preis zahlen? Weitere Zugeständnisse, etwa bei Kommunalwirtschaft und Schullandschaft, müssten folgen.

Da mag es nur ein schwacher Trost sein, dass FDP und Grüne immerhin in der Kohlefrage an einem Strang ziehen: Beide halten die Subventionierung des heimischen Steinkohlebergbaus für rausgeworfenes Geld. Dieser kleinste gemeinsame Nenner dürfte jedoch kaum ausreichen, um die Ampel zum Leuchten zu bringen.

Internet Koalitionspoker – was in Nordrhein-Westfalen noch möglich ist: www.rp-online.de/landtagswahl

Quelle: Rheinische Post

 
 
Artikel der Rubrik Politik
 
 
Links zu diesem Artikel
 
Anzeige

Angelina Jolie traf Außenminister Westerwelle
Angelina Jolie traf Außenminister Westerwelle
Hollywood-Star Angelina Jolie traf in Berlin .. mehr 
 
Angelina Jolie traf Außenminister Westerwelle
Angelina Jolie traf Außenminister Westerwelle
Hollywood-Star Angelina Jolie traf in Berlin ..
mehr 
Die kommenden Termine zur Griechenland-Rettung
Die kommenden Termine zur Griechenland-Rettung
Die griechischen Regierungsparteien haben sich ..
mehr 
Danny Dayem - ein Blogger berichtet aus Syrien
Danny Dayem - ein Blogger berichtet aus Syrien
Er ist 22 Jahre alt und Sohn eines syrischen ..
mehr 
Asma al Assad - die Frau des syrischen Diktators
Asma al Assad - die Frau des syrischen Diktators
Asma al Assad ist die Frau an der Seite des ..
mehr 
Loveparde-Rede-Sauerland009.jpg

Bürgerentscheid am Sonntag

Adolf Sauerland bangt um sein Amt

Duisburgs Oberbürgermeister (CDU) muss sich am Sonntag einem Bürgerentscheid stellen. Wenn eine Mehrheit von mindestens 91.250 Bürger für seine Abwahl stimmen, wäre er sein Amt los. Der Ausgang der Wahl ist offen. Sauerland wird den Wahltag wohl von ... Von Christian Schwerdtfeger  mehr

 
Bundespräsident Christian Wulff

Neue Vorwürfe gegen Bundespräsidenten

Wulff nutzte Firmen-Handy eines Freundes

Als niedersächsischer Regierungschef hat Bundespräsident Christian Wulff mehrere Monate lang ein Firmen-Handy des befreundeten Filmfondsmanagers David Groenewold benutzt. mehr

 

Konservative gegen Sparplan

Griechische Regierung vor Zerreißprobe

 

Zahl der befristeten Verträge soll sinken

Spanien verabschiedet Arbeitsmarktreform

 

Bilder vom Einsatz in Afghanistan

US-Soldaten wegen Nazi-Fahne verwarnt

 

Griechenland in der Schuldenfalle

Konservative wollen Sparplan verhindern

 

Hollywood-Star trifft deutschen Politiker

Angelina Jolie bei Außenminister Westerwelle

 

Marineinfanterie in Afghanistan

US-Soldaten posieren vor SS-ähnlicher Fahne

Top-Services