ADAC: Auto stehen lassen
zuletzt aktualisiert: 24.12.2010 - 02:30Das Winterwetter hat gestern erneut Hunderte Unfälle verursacht. Heute soll es wieder schneien. Wer nicht unterwegs sein muss, sollte zu Hause bleiben, raten Experten.
Düsseldorf (RP) Glatteis und neue Schneefälle haben zu Beginn des Ferienreiseverkehrs auf den nordrhein-westfälischen Straßen zu zahlreichen Unfällen geführt. Bereits bis zum Mittag zählte die Polizei 455 witterungsbedingte Unfälle. Dabei wurden zwei Personen schwer und 27 leicht verletzt.
Im Norden und Osten Deutschlands lösten Eisregen, Blitzeis und starker Schneefall teilweise ein Verkehrschaos aus. Lastwagen stellten sich quer; die Autobahn 24 zwischen Hamburg und Berlin wurde zeitweise gesperrt, ebenso die A 7 bei Göttingen. Auf der A 7 zwischen Hamburg und Hannover sei Lkw-Fahrern dringend empfohlen worden, die nächsten Rastplätze anzufahren, teilte der ADAC mit. Die Salzindustrie sicherte zu, ausreichend Salz für Fernstraßen bereitzustellen, wie das Bundesverkehrsministerium mitteilte. Im Norden kam es dennoch zu Engpässen.
Für die Weihnachtstage befürchtet der ADAC das Schlimmste, was die Straßenverhältnisse in NRW betrifft. "Wer an den Festtagen nicht unbedingt mit dem Auto unterwegs sein muss, der sollte die eisglatten Straßen meiden", riet ADAC-Experte Wolfgang Pohl.
NRW-Verkehrsminister Harry Kurt Voigtsberger kündigte an, die Winter-Probleme zur Chefsache zu machen. Er wolle auf einem "Forum Wintermobilität" am 17. Januar in Düsseldorf mit Fachleuten "über praktische Lösungen für die winterlichen Verkehrsprobleme sprechen", sagte Voigtsberger. Es sei inakzeptabel, dass vielfach so getan werde, als sei der Winter ein schicksalhaftes Ereignis, an dem man nichts ändern könne.
Auch bei der Bahn verursachten Schnee und Eis erneut Störungen und Verspätungen. Der Zugverkehr auf der Strecke zwischen Oldenburg und Puttgarden in Schleswig-Holstein musste wegen Schneeverwehungen vorübergehend eingestellt werden. In Mecklenburg-Vorpommern wurde eine Strecke wegen umsturzgefährdeter Bäume gesperrt. Viele Züge waren bundesweit überfüllt, da zahlreiche Reisende vom Auto auf die Bahn ausgewichen waren.
Der Luftverkehr normalisierte sich weitgehend. Der Flughafen Frankfurt teilte mit, im Tagesverlauf seien allerdings noch 50 Flüge wegen der Störungen in London und Paris gestrichen worden.
Der Deutsche Wetterdienst erwartet für heute von der Ostsee bis ins Rheinland teils mehr als 20 Zentimeter Neuschnee durch Tief "Scarlett". Besonders am Rand der Mittelgebirge und der Alpen kann es viel schneien. Morgen soll sich der Schnee in den Süden und Osten zurückziehen. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen minus acht und minus drei Grad. In der Nacht zu Sonntag wird strenger Frost bis minus 15 Grad erwartet.
Am Sonntag gibt es vor allem im Nordosten und Osten noch leichten Schneefall. Die Temperaturen bleiben im Süden frostig, im Norden steigen sie schon wieder etwas an. Am Montag fällt der Niederschlag teils als Schnee, teils als Regen; am Dienstag könnte es wieder ausgiebige Schneefälle geben.
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