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Berlin: Zahl der Masern-Erkrankungen verdoppelt

zuletzt aktualisiert: 31.12.2011 - 02:30

Berlin (RP). Die Zahl der Masernerkrankungen in Deutschland hat sich 2011 rasant erhöht. Das Robert Koch-Institut (RKI) registrierte bis Jahresende 1607 Fälle, 2010 waren es nur 780. Häufig sind auch Jugendliche und junge Erwachsene betroffen, wie RKI-Präsident Reinhard Burger sagte. Zwei Ursachen nannte er für den Anstieg: "Das Virus wird eingeschleppt, und es ist ein zu geringer Anteil geimpft."

Alle Personen, die nach 1970 geboren seien, sollten sich deshalb gegen Masern impfen lassen, sofern der Impfstatus unklar sei, erklärte der RKI-Präsident. "Durch die recht guten Impfquoten bei Kindern erkranken eher Jugendliche und junge Erwachsene." Bei der Schuleingangsuntersuchung hätten 96 Prozent aller Kinder mindestens eine Masernimpfung im Impfausweis stehen, sagte Burger. Allerdings liege die Impfquote für die wichtige zweite Masernimpfung unter 90 Prozent. Sie werde auch häufig nicht, wie empfohlen, im zweiten Lebensjahr gegeben, sondern erst später. "Dies deutet darauf hin, dass die Masernimpfung in vielen Fällen nicht grundsätzlich abgelehnt wird, sondern die zweite Impfung öfter mal vergessen wird", erklärt Burger. "Die Masern-Erkrankung ist nicht so harmlos, wie mancher vielleicht denkt. In Einzelfällen kann die Erkrankung sogar tödlich enden oder zu einer bleibenden Schädigung des Gehirns führen." Man solle auch daran denken, dass man durch die eigene Impfung indirekt andere Menschen schütze, etwa Säuglinge oder Patienten mit Immundefekten, die nicht gegen Masern geimpft werden könnten.

In Ostdeutschland seien die Impfquoten gegen die meisten Erkrankungen – nicht nur Masern – besser als in Westdeutschland, sagte Burger. "Auch die Sozialschicht kann einen Einfluss auf die Impfquote haben", fügte er hinzu. Die vom RKI durchgeführte Kindergesundheitsstudie KiGGS habe gezeigt, dass Kinder und Jugendliche aus Familien mit hohem Sozialstatus tendenziell weniger gut gegen Masern geimpft seien.

Quelle: RP


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