Berlin: Täter brüstet sich mit Überfall
zuletzt aktualisiert: 18.02.2011 - 02:30Berlin (RP). Nach dem brutalen Überfall auf einen 30-Jährigen auf dem Berliner U-Bahnhof Lichtenberg ist das Opfer von den Ärzten jetzt ins künstliche Koma versetzt worden. Drei Jugendliche im Alter von 17 Jahren sowie ein 14-Jähriger hatten den Malergesellen auf dem Bahnsteig so lange geschlagen und getreten, bis er bewusstlos mit schweren Kopfverletzungen am Boden liegenblieb. Anschließend stahlen sie ihm das Handy.
Nach Angaben von Staatsanwalt Martin Steltner griffen die Schläger auch den Begleiter des Opfers "massiv an". Sie ließen erst von ihm ab, als er auf die Straße flüchtete und ein Autofahrer anhielt. Der ebenfalls 30-Jährige sei von der Attacke so mitgenommen gewesen, dass er vergaß, die Einsatzkräfte zu alarmieren, und nach Hause ging.
Die Fahnder waren den Tätern, die alle aus Einwandererfamilien stammen, durch Bilder einer Überwachungskamera auf die Spur gekommen. Ein Haftrichter erließ inzwischen Haftbefehl wegen versuchten gemeinschaftlichen Raubmords. W. und der gleichaltrige Etrit E. nahmen vor einem Jahr, in der Hauptschule, die sie besuchten, an einem Gewalt-Präventionstraining der Berliner Polizei teil. Einer der Beamten erkannte W. dann auf den Bildern einer Überwachungskamera wieder.
Einer der Täter, der 17-jährige Kenianer Jeffrey W. soll sich laut "Bild"-Zeitung gegenüber seiner 15-jährigen Freundin mit der Tat gebrüstet haben. "Er war total stolz darauf", wird die 15-Jährige zitiert. W. kam vor etwa zehn Jahren nach Deutschland. Er soll zweimal sitzengeblieben sein. Polizisten bezeichnen ihn aber als intelligent.
Naceh A. (17) stammt aus dem Irak. Laut "Bild" wurde er von der Polizei in der Vergangenheit als Intensivtäter geführt. Er trat mit Delikten wie Diebstahl und Sachbeschädigung in Erscheinung.
Etrit E. (17) wurde im Kosovo geboren. Angeblich soll er ein guter Schüler gewesen sein und Fußball im Verein gespielt haben. Gegen ihn lag nach Polizeiangaben offenbar nichts vor.
Der in Bosnien geborene 14-jährige Dino M. soll dagegen bereits durch Diebstähle aufgefallen sein. Allerdings wurde er nie verurteilt, angeblich, weil er zum Zeitpunkt der Straftaten noch nicht strafmündig war. Als Einziger aus dem Quartett musste er nicht in Untersuchungshaft. Er wurde vorübergehend in ein Heim eingewiesen. Er wird sich aber genau wie seine älteren Kumpane vor einem Jugendrichter verantworten müssen. Allen droht eine Höchststrafe von zehn Jahren Haft.
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