Stier verletzt Kinder-Torero
zuletzt aktualisiert: 08.06.2010 - 02:30MexiKo-Stadt (ock) Ein Kampfstier hat den bisher jüngsten Torero, der in der Stierkampf-Arena von Mexiko-Stadt kämpfte, überrannt und verletzt. Der zwölfjährige Michel "Michelito" Lagravere hatte bereits seinen ersten Stier, ein 405 Kilogramm schweres Tier nach bewährter Manier mit dem Degen erlegt. Im folgenden Kampf verlor der Junge, der die französische und die mexikanische Staatsbürgerschaft besitzt, den Halt und wurde von dem 385 Kilogramm schweren Tier herumgeschleudert.
"Michelito" wurde zum Röntgen ins Krankenhaus gebracht. Seit Vater Michel, ebenfalls ein Matador, erklärte, der Junge habe nur Quetschungen erlitten und werde vermutlich in Kürze wieder entlassen. Es habe ihn sowohl mit Sorge auch als mit Stolz erfüllt, seinen Sohn in der Arena kämpfen zu sehen.
Auch der Junior selbst nahm den Zwischenfall gelassen: "Ich bin sehr zufrieden, weil ich beim ersten Jungstier ganze Arbeit geleistet habe und jetzt mit einem guten Gefühl fortgehe", sagte der Junge, bevor Sanitäter ihn in die Klinik fuhren. Er will am 20. Juni seinen nächsten Kampf bestreiten.
In vielen Ländern Südamerikas ist "Michelito" ein Star. In Frankreich und Spanien dagegen beträgt das Mindestalter für das rituelle Töten in der Arena 16 Jahre.
"Michelito" soll bereits mit sechs Jahren seinen ersten Stier erlegt und seitdem rund 300 weitere Tiere abgeschlachtet haben. Sowohl Kinderschutz- als auch Tierschutzvereinigungen haben wiederholt gegen die blutigen Spektakel mit dem jungen Hauptdarsteller protestiert. Seiner Popularität in Südamerika hat das keinen Abbruch getan.
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