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Schon wieder Airbus-Absturz

VON DIETER DORMANN - zuletzt aktualisiert: 01.07.2009 - 02:30

Mit 153 Menschen an Bord ist kurz vor seiner Landung auf den Komoren ein Airbus einer jemenitischen Airline bei schlechtem Wetter abgestürzt. Bereits 2007 waren an dem Flugzeug Sicherheitsmängel festgestellt worden.

Moroni. Die 153 Insassen des Fluges IY 626 von Sanaa nach Moroni hatten am Morgen des gestrigen Tages ihr Ziel dicht vor Augen. Der Airbus 310-300 war bereits im Landeanflug auf den Flughafen von Moroni auf den Komoren vor der Ostküste Afrikas. Doch plötzlich brach der Funkkontakt zu den Piloten in der Maschine ab. Der Airbus verschwand von den Radarschirmen.

Rettungsteams sichteten erst Stunden später Wrackteile des 20 bis 30 Kilometer vor der Insel Grande-Comore auf dem Ozean zerschellten Flugzeuges. Dass die Helfer zwischen den auf hohen Wellen treibenden Trümmern ein Mädchen entdeckten, das den Absturz überlebt hatte, grenzt an ein Wunder. Die 14-Jährige hatte sich an ein Wrackteil geklammert. Sie sei erschöpft, aber weitgehend unverletzt, sagte ein Regierungssprecher. Hoffnung, dass weitere Insassen des Airbus überlebt haben, gibt es kaum. An Bord der Maschine waren neben 66 Franzosen auch Kanadier, Komorer, Äthiopier, Indonesier, Marokkaner, Palästinenser, Philippinen und Jemeniten. Deutsche sollen nicht darunter sein. Ein Teil der Passagiere war in Paris in einem Airbus A330 über Marseille nach Sanaa geflogen und dort in den Airbus A310 umgestiegen.

Über die Ursache des Absturzes konnte gestern nur spekuliert werden. Ein Fischer will beobachtet haben, dass die Maschine "taumelnd gefallen" sei. Eine Dorfbewohnerin auf den Komoren sagte, sie habe gesehen, wie Flammen aus dem Airbus geschlagen seien. Luftfahrt-Experten halten es für wahrscheinlich, dass die schlechte Witterung zu der Katastrophe geführt habe.

Zudem wurden Zweifel am Zustand der Maschine der jemenitische Fluglinie "Yemenia" laut. Der abgestürzte Airbus war 19 Jahre alt, hatte 51 900 Flugstunden und 17 300 Flüge absolviert. Bei Überprüfungen des Flugzeuges 2007 in Frankreich, Italien und Deutschland sollen eine Reihe von Mängeln festgestellt worden sein. Seither sei die Maschine nicht mehr in Europa eingesetzt worden, hieß es. Die "Yemenia" steht jedoch nicht auf der "Schwarzen Liste" der EU. Auf ihr sind 200 Airlines verzeichnet, für die wegen Sicherheitsbedenken ein Flugverbot in der EU besteht. Die "Yemenia" wies Zweifel an der Sicherheit des Airbus zurück. "Das Flugzeug war technisch gesund. Es ist ohne irgendwelche technischen Probleme abgeflogen", sagte der "Yemenia"-Vizedirektor.

Der EU-Verkehrskommissar Antonio Tajani forderte eine weltweite "Schwarze Liste" für bedenkliche Airlines. "Wir können nicht kontrollieren, was außerhalb der EU passiert", sagte er. Tajani will seinen Vorschlag der internationalen Zivilluftfahrtorganisation vorlegen.

Für den Flugzeugbauer Airbus wird der Juni 2009 als "schwarzer Monat" in seine Geschichte eingehen. Am 1. Juni war ein Airbus 330-200 der Air France auf dem Weg von Rio de Janeiro nach Paris abgestürzt. Alle 228 Insassen starben – darunter 28 Deutsche. Zehn Tage später musste ein Airbus 320 der Chartergesellschaft Iberworld nach dem Start in Gran Canaria wegen eines Triebwerkschadens notlanden. Am 11. Juni meldete der Pilot eines Airbus 330 der Jetstars Airways "Feuer im Cockpit" und musste notlanden. Am selben Tag riss die Windschutzscheibe eines Airbus 320 der Aeroflot. Die Maschine musste in Nowosibirsk notlanden.

Internet Bilder unter www.rp-online.de/panorama

Quelle: Rheinische Post

 
 
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