Schneefälle legen London lahm
VON GREGORY KATZ - zuletzt aktualisiert: 03.02.2009London. Der heftigste Wintersturm seit fast zwei Jahrzehnten hat weite Teile Großbritanniens in eine dicke Schneedecke gehüllt und London im Verkehrschaos versinken lassen. In der Millionenmetropole fuhren gestern im morgendlichen Berufsverkehr keine Busse mehr, obendrein waren fast alle U-Bahn-Linien lahmgelegt. Am Flughafen Heathrow wurden vorübergehend beide Start- und Landebahnen geschlossen, bis zum späten Nachmittag fielen über 650 Flüge aus. Ein zyprischer Airbus mit 104 Passagieren rutschte in Heathrow von der Rollbahn, doch die Insassen kamen mit dem Schrecken davon. Auf dem kleineren City Airport wurde der Betrieb komplett eingestellt, auf den Flughäfen Gatwick und Stansted kam es zu erheblichen Verspätungen. Am schwersten betroffen war Südostengland. In den Grafschaften Kent, Surrey und Sussex fielen bis zu 25 Zentimeter Schnee.
In hunderten Schulen fiel der Unterricht aus. Bis zum Abend waren noch weitere Schneefälle vorhergesagt, später sollte der Schnee in Regen und Graupel übergehen, was heute morgen zu eisglatten Fahrbahnen und einem neuerlichen Verkehrschaos führen könnte. In London lag der Schnee zehn Zentimeter hoch und verwandelte die Stadt in eine hübsch anzuschauende Winterlandschaft. Kinder fuhren Schlitten auf abschüssigen Straßen und in Parks, auch Erwachsene lieferten sich Schneeballschlachten und bauten Schneemänner. Für Pendler war die Lage indessen nicht so lustig. Sie saßen lange an ihren U-Bahn-Stationen fest oder steckten im Stau. Es kam zu zahlreichen Unfällen, bei denen mehrere Menschen leicht verletzt wurden.
Londons Bürgermeister Boris Johnson räumte ein, dass es der Hauptstadt an Schneepflügen fehle. "Man kann Geld in Schneepflüge investieren, und dann braucht man sie ein paar Jahrzehnte lang nicht."
Auch im Norden Frankreichs, insbesondere im Großraum von Paris, sorgte der Wintereinbruch für einen Verkehrskollaps. Wegen der Schneedecke von fünf Zentimetern blieben die Busse auf den eisglatten Straßen der Hauptstadt stecken, tausende Kinder kamen nicht zur Schule. In Paris und auf den Zubringerautobahnen bildeten sich mehr als 300 Kilometer Stau.
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