Samuel Kochs erstes TV-Interview
VON JÖRG ISRINGHAUS - zuletzt aktualisiert: 23.06.2011 - 02:30Notwill Für Samuel Koch änderte sich das Leben am 4. Dezember 2010 auf furchtbare Weise. Der 23-Jährige stürzte, als er in der ZDF-Show "Wetten dass..?" mit Sprungstelzen über ein Auto springen wollte. Dabei verletzte er sich so unglücklich an der Halswirbelsäule, dass er seither von den Schultern abwärts gelähmt ist. Einer von Millionen Menschen, die den Unfall am Bildschirm erschüttert mitverfolgten, war der ZDF-Moderator Peter Hahne. "Dass Samuel seitdem nicht verzweifelt und nicht aufgibt, ist bewundernswert", sagte der 58-Jährige jetzt der "Bild"-Zeitung. In Hahnes Talk-Show berichtet Koch am Sonntag (ZDF, 13 Uhr) nun erstmals vor der Kamera von der Zeit nach dem Unglück.
Der enge Kontakt zwischen Peter Hahne und Samuel Koch entwickelte sich über die tiefe Verwurzelung im christlichen Glauben. Der studierte Theologe Hahne war von 1984 bis 2009 Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland und gehörte auch dem Rat der EKD an. Er verfasste mehrere Sachbücher, darunter "Schluss mit lustig!" und "Das Ende der Spaßgesellschaft". Auch Koch ist ein tiefreligiöser Mensch, dessen Familie sich in der Kirchengemeinde seines Wohnortes – das südbadische Efringen-Kirchen im Landkreis Lörrach – stets engagiert hat. Während seiner Rehaphase hat der 23-Jährige immer wieder betont, wie viel Kraft er aus dem Glauben ziehe . Über Monate führten Hahne und Koch regelmäßig Gespräche miteinander. "Daraus ist ein persönlicher und vertraulicher Kontakt entstanden", so der Moderator.
Die Unterhaltungen mit Koch haben Hahne berührt und beeindruckt. "Nach den Gesprächen mit ihm muss man erstmal heulen. Danach begreift man, was im Leben wirklich wichtig ist – Gesundheit, Dankbarkeit und Zufriedenheit." In der Sendung will Koch sich wohl vor allem bei den Zuschauern bedanken für die große Anteilnahme an seinem Schicksal. Trotzdem sieht er dem Auftritt mit gemischten Gefühlen entgegen. "Es ist mir nach wie vor unangenehm, auf diese Art und Weise in der Öffentlichkeit zu stehen", sagte er "Bild".
Koch lebt in einer Spezialklinik im schweizerischen Notwill. Dort absolviert der frühere Schauspiel-Student täglich ein umfangreiches Rehabilitationsprogramm, darunter Ergo- und Physiotherapien. Mit kleinen Erfolgen: So sei das sensorische Gespür in beiden Händen zurückgekehrt. Außerdem erhält er psychologische Betreuung.
Um sich fortzubewegen, nutzt Koch einen speziellen Rollstuhl, der sich über kleine Bewegungen der Schultern steuern lässt. Trotz einer zurückhaltenden Prognose der behandelnden Ärzte steht für den 23-Jährigen fest: Er will die Klinik gehend verlassen. Dabei unterstützt wird er von seinen Eltern. So erklärte sein Vater Christoph Koch in der Talkshow "Lanz", dass er fest an eine Heilung seines Sohnes glaube. "Menschlich und medizinisch mag vieles unwahrscheinlich sein", sagte er, "aber warum soll man die Hoffnung aufgeben?"
Internet Der Unfall bei "Wetten, dass..?" www.rp-online.de/gesellschaft
Jetzt weiterlesen und die Rheinische Post testen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



