Prinzessin Mette-Marit musste notlanden
zuletzt aktualisiert: 06.02.2012 - 02:30Kopenhagen/Oslo (dpa) Die legendäre Flugangst der norwegischen Prinzessin Mette-Marit hat mit einem Schock-Erlebnis in Kopenhagen wohl neue Nahrung bekommen. Zusammen mit Kronprinz Haakon und 133 weiteren Passagieren wurde die 38-Jährige gestern auf Notrutschen und in aller Eile aus einer Passagiermaschine der Fluggesellschaft SAS geholt. Beim Start vom Flugplatz Kastrup war ein Triebwerk mit lautem Knall ausgefallen. In der Kabine habe es Rauch gegeben, bestätigte eine SAS-Sprecherin im Rundfunk.
Entgegen ersten Angaben hob die Maschine vom Typ MD-80 aber nicht ab, sondern wurde noch am Boden gestoppt. Die Sprecherin bestritt Angaben einiger Passagiere in Osloer Medien, dass Panik und Chaos ausgebrochen seien. Als das Kronprinzen-Paar wenig später in einem Ersatz-Flugzeug zum zweiten Mal Richtung Oslo starten konnte, gab es eine "royale Extrawurst": Die Prinzessin durfte wegen ihrer Flugangst im Cockpit neben dem Piloten sitzen, wie SAS-Sprecherin Monica Hovland der Online-Zeitung "VG Nett" sagte.
Nach Verlassen des havarierten Fliegers hatte Mette-Marit ihr Abenteuer beim Internet-Dienst Twitter verkündet: "Ok, mein Vormittag wurde ein bisschen aufregender als erwartet. Puh!" Zusätzlich hieß es: "Immer noch nicht ganz über Flugangst hinweg"– mit angefügtem Foto des Flugzeuges. In einer zweiten Mitteilung bedankte sich die Kronprinzessin bei der SAS-Crew für deren Einsatz bei der Evakuierung: "Leute, mit denen man sich sicher fühlt". Mette-Marit und Haakon waren auf dem Heimweg nach Oslo von einem Fest zum 40. Geburtstag der dänischen Prinzessin Mary.
Seit der Hochzeit vor gut zehn Jahren hat die Prinzessin ihre früher massive Flugangst mit Psychologen-Hilfe bekämpft und nach eigener Aussage auch besser unter Kontrolle bekommen. Und doch musste sie erst im vergangenen Jahr mehrere Auslandsreisen absagen. So flog ihr Ehemann im April 2011 entgegen ursprünglicher Planungen allein zum Staatsbesuch nach Katar und in die Vereinigten Arabischen Emirate. Davor hatte Mette-Marit einen geplanten Besuch bei den Olympischen Spielen im kanadischen Vancouver auch wegen ihrer Angst vorm Fliegen abgesagt.
Flugangst ist ein weit verbreitetes Phänomen. Sie kann mehrere Tage vor einer Flugreise, aber auch kurz vor dem Flug auftreten. Die Betroffene bekommen schweißnasse Hände und Herzrasen, sie haben mitunter eine flache Atmung und leiden unter Magen- und Darmkrämpfen, Schwindel, Kopfschmerzen und Übelkeit. Insgesamt klagen Flugangst-Patienten über ein Panikgefühl, das den ganzen Körper zu lähmen scheint. Mit Hilfe von Psychologen können Betroffene ihre Angst überwinden. Entsprechende Seminare dauern in der Regel zwei Tage.
Jetzt weiterlesen und die Rheinische Post testen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



