Düsseldorf: Pink soll Häftlinge beruhigen
VON SYBILLE MÖCKL - zuletzt aktualisiert: 08.02.2012 - 02:30Düsseldorf (RP). Die Dortmunder Justizvollzugsanstalt (JVA) testet eine neue Methode, gewalttätige Häftlinge zu beruhigen: die Farbtherapie. Pink, soweit das Auge reicht – in Gefängniszellen zugegebenermaßen nicht allzu viele Meter. Was auf den ersten Blick viel zu süß, viel zu aufdringlich wirkt, soll – wissenschaftlich erwiesen – Aggressionen abbauen. Der Blutdruck fällt, der Puls geht runter, der Mensch entspannt sich in wenigen Minuten.
Das Dortmunder Gefängnis ist landesweit die erste JVA, die eine 16-Quadratmeter-Zelle komplett in der Farbe "Cool-Down-Pink", auch bekannt unter "Baker-Miller-Pink", gestrichen hat. Der erste Häftling musste die Wirkung der Farbe im "besonders gesicherten Haftraum" bereits testen, allerdings ohne erkennbare positive Wirkung. Für die JVA-Leiterin Barbara Lübbert beginnt hiermit trotzdem eine "Probephase ohne zeitliche Festlegung". Auf die Ergebnisse wartet auch das Justizministerium gespannt. "Sollte sich das System dort bewähren, werden wir auch den anderen Gefängnissen in NRW zu dem Farbkonzept raten", sagt Sprecher Peter Marchlewski. Bisher lehne es die Mehrheit der 37 Haftanstalten in NRW jedoch ab, ihre Hochsicherheitszellen umzustreichen.
In der Schweiz wird das Konzept seit 2006 bereits erfolgreich angewandt. Ein gutes Dutzend Gefängnisse arbeitet dort mittlerweile mit dem Farbkonzept. Designerin Daniela Späth hat die Farbmischung entwickelt. "Die Idee greift um sich. Das zeigt, dass es funktioniert", sagt Späth. Derzeit forscht sie zusammen mit den Universitäten Mainz und Basel über den weiteren Einsatz der Farbe; etwa in Psychiatrien und Schulen.
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