kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
       
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast

Orte, die man knicken kann

VON HANNA KOCH - zuletzt aktualisiert: 05.07.2010 - 02:30

Auch in diesem Sommer sind wieder Millionen Menschen unterwegs, um die Sehenswürdigkeiten der Welt zu erkunden. Autor Dietmar Bittrich rät davon dringend ab: Die meisten Touristenziele sorgen nur für Enttäuschung.

Jetzt verreisen alle wieder: nach Paris oder London, auf die Seychellen oder die Malediven. Und schwärmen nach dem Wiederkommen vom Eiffelturm oder tropischen Traumstränden. Die Daheimgebliebenen haben ab sofort die besseren Argumente – mit dem Buch "1000 Orte, die man knicken kann" machen sie den Heimkehrern das Leben schwer. Da heißt es über den Eiffelturm: "Sechs Millionen Touristen pro Jahr stellen sich an. Weil viele von ihnen aus Verzweiflung über den schlechten Blick in die Tiefe sprangen, ist die Plattform in fast 300 Meter Höhe seit einiger Zeit verglast." Und über den Londoner Piccadilly Circus ist zu lesen: "Eine Straßenkreuzung, die in der Zeit des britischen Kolonialimperialismus für den Mittelpunkt der Welt gehalten wurde. Heute treffen hier Touristengruppen zusammen, die sich fragen, warum sie hier sind. Zu sehen ist immerhin eine überlebensgroße Coca-Cola-Reklame (abends beleuchtet)." Geschrieben hat das Dietmar Bittrich. Er will die Touristenattraktionen als das entlarven, was sie sind – "Sehenswurstigkeiten", die Urlauber getrost vergessen können.

"Natürlich ist der Druck auf die Urlauber groß", gibt der Autor zu. Er selbst sei erst kürzlich in Vancouver gewesen. Den Aufschrei von Freunden daheim – "Waaas, und du warst nicht auf Vancouver Island?" – hat er nicht vergessen. Immerhin erspare es viel Frust, Touristenfallen nicht zu besuchen. Das beste Beispiel sei Venedig: "Studien beweisen, dass nach dem Besuch dieser Stadt das Scheidungsrisiko steigt", sagt der 58-Jährige. Denn die romantischen Erwartungen werden nicht erfüllt. Der Markusplatz sei ein Taubenklo, Schiffe seien so eng bepackt wie Flüchtlingsboote, und der "morbide Charme" bestehe aus Schimmel und Dreck. Andererseits: "Wer in seiner Liebesbeziehung unsicher ist, sollte auf jeden Fall hin – die Stadt ist der Härtetest", rät der Urlaubsexperte.

In seinem Buch scheut Bittrich kein umstrittenes Thema. So schreibt er über Südafrika: "Laut Statistik ist für eine in Südafrika geborene Frau die Wahrscheinlichkeit, sexuell missbraucht zu werden, höher als die, lesen und schreiben zu lernen. Urlauberinnen, die bereits lesen und schreiben können, können das Land unbeschwert genießen, zumindest die menschenleeren Gebiete und die als sicher ausgegebenen Bezirke von Kapstadt." Meist ist er nur gemein: Durch den Bosporus werde Istanbul zur Stadt an einem kilometerlangen Abwasserkanal, in New York gebe es zu viel stopfendes Fast Food: "Wer sich nur eine Woche dort aufhält, kann getrost ein Zimmer ohne Klo buchen, es sei denn, er muss kotzen", schreibt Bittrich.

Seine zynische Sichtweise auf Urlaubsreisen hat er auf zahlreichen Kreuzfahrten gewonnen. Als Autor war er dort Teil des Unterhaltungsprogramms. "An den Reaktionen auf die Ausflüge kann man die Qualität der Sehenswürdigkeiten ablesen", erzählt Bittrich. "Die Touristen kommen nicht einfach zum Schiff zurück, sie flüchten!" Studien hätten bewiesen: Das Schönste am Urlaub seien die Vorfreude und später die Erleichterung, wieder zu Hause zu sein. Bittrich selbst macht übrigens in diesem Jahr keine große Reise: Er entspannt beim Meditationsseminar. Danach überlegt er, ein weiteres Buch über Sehenswürdigkeiten zu schreiben, die man knicken kann – nämlich über deutsche. "Da fallen mir sicher noch einmal 1000 Orte ein."

Quelle: Rheinische Post

 
 
Artikel der Rubrik Panorama
 
 
Links zu diesem Artikel
 
Anzeige

Fässerweise Drogen in Mexiko beschlagnahmt
Fässerweise Drogen in Mexiko beschlagnahmt
In Mexiko ist der Polizei ein Schlag gegen .. mehr 
 
Fässerweise Drogen in Mexiko beschlagnahmt
Fässerweise Drogen in Mexiko beschlagnahmt
In Mexiko ist der Polizei ein Schlag gegen ..
mehr 
Vierjähriger muss halbnackt im Schnee joggern
Vierjähriger muss halbnackt im Schnee joggern
Eine Geschichte aus der Abteilung "kranke Eltern".
mehr 
Riesiger Walhai in Pakistan angeschwemmt
Riesiger Walhai in Pakistan angeschwemmt
Das ist mal ein dicker Fang: Fischer in Pakistan hieven mit Kränen ein ..
mehr 
10666896739.jpg

Fehde zwischen Bandidos und Hells Angels

SEK findet Waffen bei Rocker-Razzia

Nach der Massenschlägerei zwischen "Hells Angels" und "Bandidos" in Mönchengladbach vor knapp drei Wochen hat die Polizei zwei Verdächtige ins Visier genommen. Ermittler durchsuchten am Donnerstagabend ein Bordell in Leverkusen. mehr

 
Anders-Breivik-Mann-mit-zwei-Persoenlichkeiten_1_66489.jpg

Norwegischer Massenmörder

Gericht ordnet zweites Gutachten Breiviks an

Der als nicht straffähig eingestufte norwegische Massenmörder Anders Behring Breivik (32) muss vor Prozessbeginn erneut auf seinen Geisteszustand geprüft werden. mehr

 

Der Winter ist noch nicht vorbei

Tiefdruckgebiet "Maike" bringt Blitzeis

 

Größte Radarkontrolle in NRW

Jäger kündigt schon nächsten Blitz-Marathon an

 
 

Umstrittenes Milliardenprojekt

Polizei: S21-Einsatz "in den nächsten Tagen"

 

Mord am serbischen Ministerpräsidenten

Mittäter bei Djindjic-Mord in Spanien gefasst

 
Top-Services