"Wetten, dass..?"- Nachfolge: Löst Kerner Gottschalk ab?
VON INA LAUER - zuletzt aktualisiert: 10.12.2011 - 10:22Berlin (RP). Während Thomas Gottschalk am Freitag seine neue Sendung "Gottschalk live" in Berlin vorstellte, gab es neue Spekulationen zur "Wetten, dass..?"- Nachfolge. Einiges deutet auf Johannes B. Kerner hin. Das ZDF dementiert.
Seinem Ruf als Allzweckwaffe machte Johannes B. Kerner vor knapp einem Jahr schon mal alle Ehre: Er kehrte dem ZDF den Rücken und wechselte überraschend zu Sat1. Jetzt könnte der frühere Sportmoderator zum öffentlich-rechtlichen Rückkehrer werden und das ZDF-Unterhaltungsflaggschiff "Wetten, dass..?" übernehmen – mit diesen Spekulationen stellte Kerner gestern ausgerechnet die Präsentation der neuen Show von Thomas Gottschalk in den Schatten, die ab dem 23. Januar montags bis donnerstags um 19.20 Uhr im Ersten zu sehen sein wird.
Das Branchenmagazin "Werben&Verkaufen" hatte auf seiner Internetseite berichtet, der TV-Moderator Johannes B. Kerner (46) soll Nachfolger Gottschalks werden. Noch vor Weihnachten soll der Vertrag zwischen dem ZDF und dem jetzigen Sat.1-Moderator unterschrieben werden.
Die letzte reguläre Ausgabe seiner Late-Night-Show am Donnerstagabend erreichte nur noch 860 000 Zuschauer. Das ZDF dementierte den Bericht. Intendant Markus Schächter erklärte nur, dass der "Wetten, dass..?"-Nachfolger bis Frühjahr 2012 feststehen werde. "Wer immer auch kommt, wird es nicht leicht haben", sagte er.
Der gebürtige Bonner Johannes Baptist Kerner wurde in den 90er- Jahren als Fußballmoderator im Privatfernsehen bekannt. Anschließend wechselte er zum ZDF, wo er das "Aktuelle Sportstudio" und später eine eigene Talkshow moderierte. Für seine betont freundliche Moderation und den gelegentlich etwas zahmen Umgang mit seinen Interviewgästen musste sich Kerner oft Kritik gefallen lassen.
Mehrere Publikumspreise ("Goldene Kamera", "Bambi") belegen indes die Beliebtheit des Moderators. Der Umworbene äußerte sich bislang nicht zu den Spekulationen. Allerdings ist in seinem Umfeld zu hören, dass Kerner bereits von den "Wetten dass..?"-Plänen berichtet habe. Demnach sollen Vertragsgespräche aber erst im Januar geführt werden. Frühestens im Mai soll die Samstagabend-Show wieder starten. Kerner wolle demnach ein neues Konzept einbringen, um sich von Gottschalk abzusetzen.
Thomas Gottschalk ging bei der Vorstellung seines TV-Konzepts im Berliner Humboldt-Carrée nicht näher auf die Nachfolge-Debatte ein, scherzte nur gewohnt selbstbewusst, dass das ZDF sowieso keinen Besseren finden werde als ihn.
Gottschalk machte Werbung für seine Show: Alles, was er bisher gemacht habe, sei nur ein Warm-up gewesen. "Jetzt geht's erst richtig los." Für die 30-minütige Livesendung, die im Humboldt-Carrée, einem historischen Gebäude am Berliner Boulevard Unter den Linden, ausgestrahlt wird, lässt der 61-jährige Ehemann, Vater und Großvater seine Familie im sonnigen Malibu im US-Bundesstaat Kalifornien zurück.
"Meine Kinder machen keine Hausaufgaben mehr, und meine Frau muss mich dazu nicht mehr zweimal am Tag anrufen", erklärte der Unterhaltungskünstler. So könne er sich auf sein neues TV-Projekt konzentrieren.
Ein "Roter-Teppich-Magazin" wolle er aber nicht in das ARD-Vorabendprogramm bringen. Sondern Themen mit journalistischer Relevanz aufgreifen. Die Sendung sei "ein nach hinten gezogenes Frühstücksfernsehen und eine nach vorne gezogene Late-Night-Show – eben eine Wohlfühlhalbestunde vor der Tagesschau".
Auch wenn seine Familie weiter in den USA lebe, will Gottschalk kein Dauer-Pendler sein. Sein fester Platz sei montags bis donnerstags nun in Berlin, betonte er. Sein neues Fernsehformat gehöre "ganz klar" nach Berlin. Anders als bei "Wetten, dass..?" muss der Talkmaster in der neuen Show ohne Publikum im Studio auskommen. Ganz allein bleiben wird der Moderator aber nicht. Studiogäste sind erwünscht. Ganz ohne Gesprächspartner kommt ein Thomas Gottschalk eben nicht aus.
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