Berlin: Hauch von Hollywood in Berlin
zuletzt aktualisiert: 06.02.2012 - 02:30Berlin (RP). Internationale Stars, roter Teppich, glitzernde Trophäen – die Verleihung der "Goldenen Kamera" weckte große Gefühle. Unter den Preisträgern waren neben den US-Schauspielern Scarlett Johansson, Morgan Freeman und Denzel Washington auch Mario Adorf und Nina Kunzendorf.
Es werde die letzte Goldene Kamera sein, kündigte Moderator Hape Kerkeling am Samstagabend zur Überraschung der Gäste am Anfang der Verleihungsgala in Berlin an. Und schickte gleich hinterher: Denn immerhin solle laut Maya-Kalender Ende 2012 die Welt untergehen. Dass es sich um ein letztmaliges Erlebnis handelt, hätten sich einige Stars zumindest mit Blick auf die Eiseskälte auf dem Roten Teppich gewünscht. Der war spärlich überdacht, was bei zehn Grad minus viele Stars bibbern ließ. So warf sich Helene Fischer, Sängerin und Preisträgerin der Kategorie "Beste Musik National", kurzerhand eine lange, grüne Jacke übers goldene Abendkleid. Schauspieler Til Schweiger tauchte ohne Fliege auf – die habe er zu Hause rausgelegt und dann vergessen, sagte er. Johansson dürfte ihrem Laudator den legeren Kleidungsstil nicht krumm genommen haben. Die 27-Jährige, die mit der Goldenen Kamera als beste internationale Schauspielerin geehrt wurde, trat selbst im schlichten schwarzen Kleid, mit wenig Schmuck, schwarz lackierten Nägeln und dezent geschminkt auf.
Neben Johansson wurden die Weltstars Denzel Washington und Morgan Freeman für ihre schauspielerische Leistung ausgezeichnet. Washington – der mit vier knappen Sätzen die wohl kürzeste Dankesrede des Abends hielt – bekam die Goldene Kamera in der Kategorie "Bester Schauspieler International". Freeman – der mit schwarzer Sonnenbrille den Roten Teppich passierte – erhielt den Preis "Lebenswerk International".
Die lautesten Jubelschreie der Fans am Teppich galten aber nicht Johansson, sondern anderen Stars: Sängerin Nena, die mit den übrigen Jurymitgliedern der ProSieben-Castingshow "The Voice of Germany" den Preis für die beste Unterhaltungssendung entgegennahm und kurz vor Johansson eintraf, sorgte für deutlich mehr Gekreische bei den Autogrammjägern. Überraschender Gast auf dem roten Teppich war Miss Piggy. Zusammen mit Frosch Kermit hielt sie die Laudatio auf Kerkeling. Er war von den Lesern der Programmzeitschrift "Hörzu", die die Goldene Kamera ausrichtet, zum besten Comedian gewählt worden. "Das ist mir jetzt ein bisschen peinlich", sagte Kerkeling, der durch die unerwartete Ehrung vom Moderator der Show zum Preisträger avancierte.
Auch Nachwuchsschauspielerin Lisa Fries ("Vater, Mutter, Mörder"), die die mit 20 000 Euro dotierte Lilli Palmer & Curd Jürgens Gedächtniskamera erhielt, geriet aus der Fassung. "Ist ein bisschen geil – alter Schwede!", entfuhr es der 21-Jährigen. Bei der Laudatio verfiel die Berlinerin vor Aufregung in Dialekt. Schauspieler Mario Adorf, der für sein Lebenswerk geehrt wurde und Standing-Ovations erntete, war deutlich gelassener. "Ich glaube, ich habe dieses Ding schon lange verdient", sagte der 81-Jährige und entschuldigte sich dafür, dass er vor 21 Jahren beim Gewinn seiner ersten Goldenen Kamera den Preis als "Ding" bezeichnet hatte.
Der Preis für den besten deutschen Schauspieler ging an Dietmar Bär für den ARD-Film "Kehrtwende", in dem er einen prügelnden Familienvater spielt. Als beste deutsche Schauspielerin wurde Nina Kunzendorf ausgezeichnet ("Liebesjahre", ZDF), die den Preis wegen einer Krankheit nicht persönlich entgegen nehmen konnte. Die Niederländerin Caro Emerald erhielt eine Goldene Kamera als beste internationale Musikerin, Dionne Warwick für ihr Lebenswerk als Musikerin.
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