Rom: Fehlgeburt nach "Costa"-Havarie
zuletzt aktualisiert: 06.02.2012 - 02:30Rom (RP). Eine Italienerin verlangt wegen einer Fehlgeburt nach der Havarie des Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia" hohen Schadenersatz von der Reederei. Die 30 Jahre alte Frau wolle eine Million Euro einklagen, berichteten italienische Medien. Die gebürtige Mailänderin, die in Rom lebt, wolle sich einer Sammelklage gegen die Reederei Costa Crociere anschließen und materiellen, biologischen und moralischen Schaden geltend machen, hieß es. Sie habe die Kreuzfahrt im Winter machen wollen, weil ihr Kind im Sommer zur Welt hätte kommen sollen. Nach der Rückkehr nach der überstandenen Schiffskatastrophe hätten Wehen eingesetzt, dann habe sie die Fehlgeburt gehabt. Nach dem Unglück vom 13. Januar wurden bislang 17 Todesopfer geborgen. 15 Menschen werden noch immer vermisst, darunter sechs Deutsche.
Bergungsfachleute setzten unterdessen ihre Vorbereitungen für das Abpumpen des gefährlichen Schweröls aus dem Schiff fort. Die Arbeit hatte eine Woche lang wegen schlechten Wetters geruht. Die Arbeiter wollen in sechs Tanks des Schiffes Löcher bohren. In den Tanks befindet sich mehr als die Hälfte der 2300 Tonnen Treibstoff.
Ein Unwetter hat derweil zu einem weiteren Schiffsunglück in Italien geführt. Eine Fähre rammte in Civitavecchia, nordwestlich von Rom, einen Hafendamm. Das Schiff mit mehr als 300 Menschen an Bord wurde evakuiert. Alle seien in Sicherheit, hieß es. Einige Passagiere sagten, sie hätten sich an die Katastrophe der "Concordia" erinnert gefühlt.
Nach dem Vorfall geriet die verantwortliche Reederei Tirrenia in die Kritik. Vermutlich hatte ein Sturm die Fähre beim Auslaufen für eine Überfahrt nach Sardinien gegen den Damm gedrückt. Der Aufprall hinterließ einen etwa 30 Meter langen Riss. Der Gouverneur von Sardinien, Ugo Cappellacci, kritisierte, es habe wiederholt Probleme mit dem Fährverkehr gegeben.
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