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eBay-Ärger: Briten fluchen, Deutsche drohen

VON TIM SCHEULEN - zuletzt aktualisiert: 30.06.2010 - 02:30

Wenn beim Online-Auktionshaus eBay etwas schief geht, nehmen deutsche wie britische Kunden kein Blatt vor den Mund. Mit einem Unterschied: Während die Engländer fluchen, drohen die Deutschen mit dem Anwalt. Das hat die Bonner Sprachwissenschaftlerin Marja Meinl herausgefunden. Für ihre Doktorarbeit über kulturelle Unterschiede des Beschwerdeverhaltens untersuchte Meinl 400 Reklamationseinträge von deutschen und britischen eBay-Nutzern. "Bei gesprochener Sprache gelten Deutsche als sehr direkt, Briten dagegen als zurückhaltend. In der anonymen Online-Welt ist dieser Unterschied kaum noch zu finden", erklärt Meinl.

Vor allem deutsche Beschwerdeführer neigen zum ausgiebigen Gebrauch des Ausrufezeichens bei ihren Klagen. Damit sowie mit Folgen von Großbuchstaben und sogenannten "Emoticons" (Zeichenkombinationen wie :-) für Gefühle) machen sie ihrem Unmut auch optisch Luft. "Deutsche drohen zudem schneller mit dem Anwalt", so Marja Meinl. Die Briten dagegen lassen sich schneller zu Beleidigungen hinreißen. Obszöne Flüche und unflätige Beschimpfungen gehören der Studie zufolge zum Standardrepertoire der britischen Online-Beanstandung. Diese wird dann häufiger als in Deutschland in direkter Anrede des Verkäufers ("Sie Lügner") vorgetragen. Meinl: "Die Anonymität des Internets lässt Hemmschwellen sinken." Nur der Anlass der Beschwerden ist bei Deutschen und Briten immer der gleiche: Die Ware kommt entweder gar nicht oder beschädigt an.

Quelle: Rheinische Post

 
 
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