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Ägypten kommt nicht zur Ruhe

VON KLAUS PETER KÜHN - zuletzt aktualisiert: 03.02.2012 - 02:30

Das Land am Nil hat noch längst nicht den Übergang vom autoritären Einparteien-Staat zu einem Land geschafft, in dem das Volk frei entscheiden kann. Das zeigen die Tragödie im Stadion von Port Said und ihre Hintergründe.

Mag Mubarak auch abgetreten sein und gelegentlich in den Gerichtssaal getragen werden, die alten Kräfte sind noch mächtig und erinnern sich an den Spruch des gestürzten Machthabers: "Wenn ich nicht mehr bin, kommt das Chaos." Es kann kaum einen Zweifel geben: Aus dem verbrecherischen Kalkül heraus, den Wunsch nach einem neuen starken Mann an der Spitze wieder zu wecken, ist der Gewaltexzess angezettelt worden.

Die Sicherheitskräfte blieben weitgehend tatenlos, damit organisierte Banden – wie vor einem Jahr, als es um das Niederknüppeln der Revolution ging – zuschlagen konnten. Sie taten es mit einer solchen Entschlossenheit und Brutalität, dass schon allein vom Ausmaß her ein Fußball-Krawall als Ursache eigentlich ausscheidet. Zudem sind gewaltbereite Anhänger eines Klubs meist nur dann zu Ausschreitungen motiviert, wenn ihr Verein verloren hatte. Es waren aber angebliche Anhänger der Gewinner am Werk.

Bei der Suche nach den Hintermännern hilft vielleicht ein Blick auf den Termin Ende Juni, an dem der Militärrat eigentlich seine Macht abgeben will.

bericht: Ägypter schockiert . . ., Titelseite

Quelle: RP


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