kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
       
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast

Kunstpreisträger Schütte: Preise sind Prüfungen

VON BERTRAM MÜLLER - zuletzt aktualisiert: 08.09.2010 - 02:30

Früher empfand der heute 55-jährige Düsseldorfer Künstler Thomas Schütte Preise als eine Prüfung. Eine Auszeichnung sei schließlich ein Vorschuss auf eine Leistung, die man erst noch erbringen müsse, und das habe ihn gequält. Inzwischen hat er Routine in der Entgegennahme von Preisen, und er hat gelernt, solchen Ehrungen schmunzelnd beizuwohnen. So wird er es auch halten, wenn Oberbürgermeister Dirk Elbers ihm bei der Eröffnung der Quadriennale am Freitag den mit 55 000 Euro dotierten Kunstpreis der Landeshauptstadt Düsseldorf überreicht. Dabei stört es ihn nicht, dass Düsseldorf sich vor allem selbst schmückt, wenn es einen der bedeutendsten Künstler der Gegenwart aufs Podest stellt. Denn: "Ich muss ja nichts machen."

Thomas Schütte ist ein guter Botschafter der Stadt, in der er seit fast 40 Jahren lebt. Sie sei "klein, schnell", und "an einem Tag ist jede Stadt in Europa von hier zu erreichen. Abends kann man wieder zu Hause sein". Außerdem sei die Stadt, am Maßstab von Metropolen gemessen, preiswert. Und das Wichtigste: "Die Leute ringsum verstehen etwas von Material."

Schütte besitzt kein Atelier. Er mietet sich je nach künstlerischem Vorhaben in einer Gießerei im Hafen ein, in einer Schlosserei in Viersen oder in einer Keramikwerkstatt in Köln-Ehrenfeld. Radierungen entstehen bei Stippvisiten in Hamburg. Der Vorteil dieses Verfahrens: "Ich muss nicht aufräumen."

Schütte, der durch Architekturmodelle wie die "Ferienhäuser für Terroristen" bekannt wurde, auf der "documenta", in New York und Chicago, in Basel und Madrid ausstellte, legt seit je Wert darauf, mit haltbarem Material zu arbeiten. "Kunst", so sagt er, "ist sowieso ein Ankämpfen gegen das Vergessen und gegen den Verfall." Und ein Künstler müsse sich darüber im Klaren sein, dass Kunst am Ende entweder im Müll lande oder im Museum. Deshalb strebt er danach, seine Werke fest zu etablieren. Das aber ist gar nicht so leicht, denn "der Markt will Trophäen, keine Immobilien".

Schütte lässt sich nicht unterkriegen. Denn von seinen Lehrern an der Düsseldorfer Akademie, Fritz Schwegler und Gerhard Richter, hat er Hartnäckigkeit gelernt, dazu Fleiß und die Wertschätzung von Kollegialität. Sämtliche Professoren hätten damals den gleichen Maßstab angelegt. Unter den heutigen Professoren dagegen habe jeder seinen eigenen Hofstaat.

Schütte gibt zu, dass er in den beiden zurückliegenden Jahren nichts wirklich Neues mehr hervorgebracht habe. Früher dagegen "konnte ich auf Knopfdruck Erfindungen machen". Er habe gearbeitet wie ein Unternehmensberater: Wo ist das Problem? Aha, dann gibt es die Lösungen A, B und C. Heute stellen sich die Ideen nicht mehr so rasch ein. Dabei lässt Schütte viel auf sich wirken. Jeden Sonntag fährt er ins Ruhrgebiet, um durch Museen zu streifen. Abends ist er dann wieder in seinem geliebten Düsseldorf. Dort gefällt ihm nicht nur der Medienhafen. Er weiß auch zu schätzen, dass man in Düsseldorf "mittendrin sein", aber auch in Ruhe leben kann.

Was die unmittelbar bevorstehende Quadriennale anlangt, dieses geballte Angebot an Kunstausstellungen, so ist Schütte aufgefallen, dass die meisten Künstler schon tot sind. Gespannt ist er dennoch.

Quelle: Rheinische Post

 
 
Artikel der Rubrik Kultur
 
 
Links zu diesem Artikel
 
Anzeige

Möbel aus Turngeräten
Möbel aus Turngeräten
Die Möbel der Firma "Zur schönen Linde" sind .. mehr 
 
Möbel aus Turngeräten
Möbel aus Turngeräten
Die Möbel der Firma "Zur schönen Linde" sind ..
mehr 
Berlinale 2012: Glanz und Glamour auf dem roten Teppich
Berlinale 2012: Glanz und Glamour auf dem roten Teppich
Berlin ist wieder Hauptstadt des Films: Zur Eröffnung ..
mehr 
Bisher unveröffentlichte Bilder von Marilyn Monroe
Bisher unveröffentlichte Bilder von Marilyn Monroe
Marilyn Monroe ist eine Hollywood-Legende. Sie prägte ..
mehr 
Szenenbilder aus "Hugo Cabret"
Szenenbilder aus "Hugo Cabret"
Martin Scorseses erster 3D-Film ist eine ..
mehr 
Berlinale 2012 - Premiere "Farewell, My Queen"

Stars auf dem roten Teppich

"Revolutionärer" Auftakt der Berlinale

Die Berlinale 2012 hat begonnen. Das Defilee der Stars auf dem roten Teppich hat das erste Blitzlichtgewitter überstanden. Neben den deutschen Stars wie Veronica Ferres, Iris Berben und Hannah Herzsprung war natürlich auch die Hauptdarstellerin des ... mehr 

 
Arnold-Schwarzenegger-Zwischen-Gouvernator-und-Terminator_1_64536.jpg

Actionfilm "The Tomb"

Schwarzenegger und Stallone gemeinsam in Klinik

Der Action-Star und Ex-Politiker Arnold Schwarzenegger hat eine Rolle in dem geplanten Thriller "The Tomb" angenommen. An der Seite von Silvester Stallone werde er darin einen Häftling spielen. mehr 

 

Bisher unveröffentlichte Bilder aufgetaucht

So hat man Marilyn Monroe noch nie gesehen

 
 

Künstler vermisst seine Vorlagen

2000 Euro für zwei 22 Jahre alte Pommes

 

3D-Film "Hugo Cabret"

Martin Scorsese will den Oscar

 

Holstein hört

Soap & Skin: "Narrow"

 

Trotz Wirtschaftskrise

Weltweit boomt der Kunstmarkt

Top-Services