Grimm-Preis für Lindenberg
zuletzt aktualisiert: 20.05.2010 - 02:30Der 64-jährige Rockmusiker wird mit dem höchstdotierten deutschen Sprachpreis geehrt. Die Begründung: Er habe in 40 Jahren mit seinen Songtexten bewiesen, dass Rockmusik auch in deutscher Sprache erfolgreich sein kann.
Das Land der Dichter und Denker ist um einen Sprachpfleger reicher: Der 64-jährige Udo Lindenberg wird für seine Songtexte mit dem Jacob-Grimm-Preis geehrt – dem mit 30 000 Euro höchstdotierten und angesehenen deutschen Sprachpreis.
Der Dortmunder Verein für Deutsche Sprache mag neben dem Überraschungscoup, den man mit dieser effektvollen Nominierung zweifelsohne landen konnte, auch im Blick gehabt haben, dass Rockmusik auch in deutscher Sprache zu klingen versteht. Und es sind auch keine dummen Texte, die er mehr spricht als singt. Lieder über Liebe und Frieden, über die kleinen und großen Helden des Alltags. Sie sind einfach und naiv im besten Sinne, also direkt und ungekünstelt, undiplomatisch und ohne falschen Respekt. So hat er Honecker in seinem Lied "Sonderzug nach Pankow" als "sturen Schrat" besungen, weil dieser ihn nicht in der DDR auftreten ließ. 1987 schickte Lindenberg ihm sogar eine coole Lederjacke, von Honecker traf darauf als Gegengabe eine Schalmei in Hamburg ein. Ein symbolträchtiger Schlagabtausch über die damals noch real existierende Mauer hinweg.
Grimm, Sprache, Lindenberg – wer zu diesem kulturhistorischen Dreiklang jetzt bedenkenschwer den Kopf schüttelt, spreche den Namen des neuen Preisträgers nur dreimal laut vor sich hin und spüre jenen Versen nach, die einem zum Nachschnoddern sofort in den Sinn kommen. Also: keine Panik, irgendwie.
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