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Paderborn: "Franziskus – Licht aus Assisi" in Paderborn

VON VEIT-MARIO THIEDE - zuletzt aktualisiert: 13.12.2011 - 02:30

Paderborn (RP). In einer Imagebroschüre der Franziskaner heißt es: "Unsere Aufgabe ist der Einsatz für die Menschen. Vor allem für die, die arm sind und sich selbst nicht helfen können. Unser Vorbild ist der heilige Franziskus von Assisi, der vor 800 Jahren unsere Bruderschaft gründete." Aber wer war Franziskus? Eine großartige Doppelschau in Paderborn stellt den Heiligen vor.

In der Paderborner Fußgängerzone steht das von 20 Brüdern bewohnte Franziskanerkloster. Im Kreuzgang ist eine Schau eingerichtet, die über die Aktivitäten des Ordens vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart informiert. Zudem bietet die Ausstellung im Diözesanmuseum rund 200 Leihgaben. Zu den größten Kostbarkeiten gehört der vermutlich von Franziskus benutzte Kelch mit Patene aus der Reliquienkapelle seiner Grabkirche, der Basilika San Francesco in Assisi.

Aus Rom eingeflogen wurde die Abschrift (14. Jh.) der "Legenda Maior", der von Bonaventura verfassten Lebensbeschreibung des heiligen Franziskus. Der 1181 in Assisi geborene Sohn eines reichen Tuchhändlers führte freiwillig in der Nachfolge von Christus und den Aposteln ein Leben in Armut, unterstützte Bedürftige und pflegte Aussätzige. Bald schlossen sich ihm Gleichgesinnte an, auch Frauen. Als erste die heilige Klara von Assisi (1193-1253). Das höchste Gebot des neuen Ordens war Besitzlosigkeit. Die preist Franziskus in seinem Testament als die "Erhabenheit der höchsten Armut, die euch, meine geliebten Brüder, zu Erben und Königen des Himmelreiches eingesetzt, an Dingen arm, aber an Tugenden reich gemacht hat." Franziskus starb 1226 und wurde zwei Jahre später heilig gesprochen.

Bald nach seinem Tod setzte eine von den Ordensbrüdern initiierte Bildpropaganda ein. Deren Zeugnisse sind die Hauptattraktion der Schau. Alleinstellungsmerkmal des Ordens war die "Christusähnlichkeit" des Gründers: Franziskus wies Wundmale wie der gekreuzigte Heiland auf. Bescheiden steht er auf der von Margarito d'Arezzo gemalten Tafel (um 1250-1260) da und weist die Male vor. Seine Kutte ist mit einem Seil gegürtet, dessen Knoten auf die Ordensgelübde hinweisen: Armut, Keuschheit, Gehorsamkeit gegenüber Gott und Papst.

Die Wundmale soll Franziskus 1224 von Christus empfangen haben, der ihm auf dem Berg La Verna erschien. Fra Angelicos Gemälde "Stigmatisation des hl. Franziskus" (1428/29) zeigt das Wunder in einer dramatischen Szene. Wiederholt wird die Stigmatisation zusammen mit der "Vogelpredigt" dargestellt. Franziskus predigt den Vögeln, um zu demonstrieren, dass Gott Schöpfer von allem ist und die Gottesbotschaft allen Geschöpfen gilt. Der Umwelt- und Naturschutz ist daher wie das solidarische Miteinander der Menschen ein Anliegen der Franziskaner.

Bis 6. Mai 2012 in Paderborn. Erzbischöfliches Diözesanmuseum, Markt 17. Di.-So. 10-18 Uhr. Eintritt: 7 Euro.

Quelle: RP


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