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Kampf um Organe

VON ALBERT BAER - zuletzt aktualisiert: 03.06.2010 - 02:30

Science-Fiction "Repo Men"

Eigentlich klingt das ja gut: In der futuristischen Welt von "Repo Men" muss sich niemand mehr mit kranken Körperteilen herumplagen, und erst recht nicht lange auf ein Spenderorgan warten. Denn ein Hightech-Konzern bietet neue Teile aus dem Labor. Ob Herz, Lunge oder fehlende Gliedmaßen, alles wird angeboten.

Zu dumm nur, dass der diabolisch grinsende Firmenboss (Liev Schreiber) viel Geld für die künstlichen Organe und Prothesen fordert. Wer also die horrenden Raten für die teuren Ersatzteile nicht mehr zahlen kann, wird von Remy (Jude Law) und Jake (Forest Whitaker) heimgesucht, den sogenannten Repo-Männern. Mit Skalpell ausgerüstet holen die beiden die Transplantate zurück, was zumeist mit dem Ableben der Klienten verbunden ist.

Das geht alles seinen zynischen Gang, bis Remy selbst auf dem OP-Tisch landet und ein neues Herz benötigt. Es kommt, wie es kommen muss: Der bisherige Wiederbeschaffer hat fortan keine Lust mehr auf sein blutiges Handwerk und wird selbst zum Schuldner. So mutiert nach herkömmlichem Hollywood-Prinzip der Jäger zum Gejagten, der natürlich von seinem Ex-Kollegen verfolgt wird und auf der Flucht einer Leidensgenossin (Alice Braga) begegnet, die ebenso mit ihren Raten im Rückstand ist.

War der "Repo Man" 1984 im Kultfilm von Alex Cox noch ein schlitzohriger Punk, der säumigen Kunden die Autos stahl, sind die Schuldeneintreiber hier nun eine geradezu groteske Variante, was zu Anfang mit der Zwangsenteignung künstlicher Organe noch eine sarkastisch satirische Note hat. Doch Kinodebütant Miguel Sapochnik, der bislang im Musikclip-Gewerbe tätig war, konnte sich wohl nicht so recht entscheiden, was sein hochkarätig besetzter Film im "Blade Runner"-Look eigentlich sein soll: eine schwarzhumorige Komödie, eine gruselige Science-Fiction-Vision oder bloß ein Actionreißer. Denn mit fortschreitender Spieldauer artet das Ganze aus. Und obwohl der Regisseur die obligatorischen Verfolgungsjagden durchaus zügig serviert, beschleicht einen das Gefühl, dass hier mehr möglich gewesen wäre als nur die übliche Soße, in der schauspielerisches Personal vom Niveau eines Stallone oder eines Schwarzenegger genügt hätte. ll

Quelle: Rheinische Post

 
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