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Heißblütiges Abenteuerkino aus der arabischen Wüste

VON ERNST CORINTH - zuletzt aktualisiert: 09.02.2012 - 02:30

Kostümfilm "Black Gold" von Jean-Jacques Annaud mit Mark Strong und Antonio Banderas

Was hilft gegen die derzeit herrschende sibirische Kälte? Nun, vielleicht ein Film wie "Black Gold", der den Zuschauer in heiße Gefilde entführt: in die arabische Wüste – gedreht wurde größtenteils in Katar am Persischen Golf – und zu heißblütigen Männern. Das für 40 Millionen Euro produzierte Wüstenepos spielt in den 30er Jahren, erinnert in seiner opulenten Machart und den Massenszenen ein wenig an "Lawrence von Arabien".

Gleich zu Anfang schließen nach blutigen Kämpfen die verfeindeten Stammesfürsten Nesib (Antonio Banderas), Emir von Hobeika, und Amar (Mark Strong), Sultan von Salmaah, Waffenstillstand. Als territorialer Sicherheitspuffer dient ihnen das menschenleere Grenzgebiet zwischen ihren Ländereien: der gelbe Gürtel. Als eine Art Friedenspfand übergibt Amar seinem Rivalen Nesib zudem seine Söhne Saleeh und Auda (Tahar Rahim). Als Jahre später im Gelben Gürtel Erdöl gefunden wird, droht der Konflikt zwischen den beiden Stammesfürsten erneut auszubrechen. Während Amar eine Förderung des Öls aus Gründen der Tradition ablehnt, setzt Nesib ganz auf den davon erhofften wirtschaftlichen Fortschritt und schickt schließlich seinen Ziehsohn Auda als Botschafter in dessen alte Heimat. Zwar ist der junge Mann inzwischen ein Bücherwurm und Gelehrter, der von Kriegskunst wenig versteht, aber als er die traditionelle Lebenswelt seines leiblichen Vaters kennenlernt, beginnt er sich zu verändern. Ja, er entwickelt sich langsam zum Stammesfürsten. Zu einem Mann, der dann gleichsam zwischen zwei Vätern steht und sich entscheiden muss.

Bisweilen hat man das Gefühl angesichts der vielen Konflikte und Probleme, der Geschichten und Geschichtchen, die der Film anreißt, dass Regisseur Jean-Jacques Annaud ("Der Name der Rose", "Sieben Jahre in Tibet") selbst den Überblick verloren hat. Und auch der Zuschauer weiß durch zahlreiche abrupte Wendungen zuweilen nicht, wer denn gerade der Gute und der Böse ist. Leider ist auch Antonio Banderas eine Enttäuschung, der hier penetrant nur sich selber spielt. ll

Quelle: RP


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