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Werner Lippert Und Petra Wenzel: "Das NRW-Forum wird es nicht mehr geben"

VON ANNETTE BOSETTI - zuletzt aktualisiert: 18.12.2012

Ende 2013 beendet das Kunstmanager-Paar seine erfolgreiche Tätigkeit. Das Land streicht die Mittel.

Düsseldorf Es gibt kein zweites Kunsthaus in Deutschland wie das NRW-Forum Düsseldorf für Kultur und Wirtschaft, das kein Museum im klassischen Sinne, aber vor fast 15 Jahren aus einem Museum ohne Zukunft entstanden ist. Von Düsseldorf aus strahlt es international, ist ein Ausstellungshaus des Cross-over, der Überschneidungen aus internationaler Fotokunst, Mode, Architektur, Mobilität, Lifestyle und anderer wichtiger medialer Ereignisse. Bis zu 50 000 Menschen durchlaufen die wichtigsten Ausstellungen wie zu Peter Lindbergh oder Modequeen Vivienne Westwood. Sämtliche Ausstellungen des NRW-Forums werden über die Einnahmen und Sponsoring finanziert. Die Sockelbeträge kommen vom Wirtschaftsministerium des Landes NRW und von der Stadt Düsseldorf, die Eigentümerin des Gebäudes im Ensemble Ehrenhof ist. Für das Ausstellungs- und Veranstaltungsmanagement sind von Anfang an zwei Menschen verantwortlich, Petra Wenzel und Werner Lippert, die jetzt mit der Ankündigung ihres Rückzugs zum Ende des Jahres 2013 die Zukunft des Hauses infrage gestellt haben. Denn gleichzeitig hat das Wirtschaftsministerium seine Zuwendungen in Höhe von 750 000 Euro jährlich zurückgezogen.

Warum geben Sie auf?

Lippert Es ist keine Aufgabe. Unser Vertrag endet, und wir wollen uns neuen Herausforderungen stellen.

Fällt dieser Abschied schwer?

Lippert Nach 15 Jahren NRW-Forum, das wir mitgründen durften, dessen Konzept wir entwickelt haben, das wir betrieben haben auch anfangs gegen Widerstände in der Öffentlichkeit – da fällt es schwer, adieu zu sagen.

Worauf blicken Sie gern zurück?

Lippert Dass wir für das einstige Landesmuseum für Wirtschaft eine Zukunft erfunden haben mit einem Geschäftsmodell, das auf eine Beteiligung der Wirtschaft in Form von Sponsoring setzt. Dass wir mit einem neuartigen Programm und ganz unterschiedlichen Disziplinen NRW und Düsseldorf auf die internationale Landkarte gesetzt haben. Nicht zuletzt, dass unser Publikum so jung und vielfältig ist und uns so viele Jahre mit viel Enthusiasmus getragen hat.

Wo schlägt das Herz des Forums?

Wenzel Das Wichtigste ist seine vollständige Andersartigkeit: Es ist ernsthaft, aber gleichzeitig easy, heiter. Jeder kann ohne Schwellenangst hereinkommen. Lippert Und wenn wir uns Themen widmen, die die Menschen gern verstehen wollen wie Werbung und Mode, Themen, für die sie in den klassischen Häusern keine Interpretationshinweise bekommen.

Wie finden Sie den Rückzug der Landesregierung?

Lippert Sehr bedauerlich. Aber als Steuerzahler muss ich solche Sparprogramme akzeptieren.

Ist das der Todesstoß fürs Forum?

Lippert Ich glaube nicht. Man wird eine neue Lösung finden müssen.

Die Idee vom Haus für Fotografie macht die Runde?

Lippert Das finde ich grundsätzlich wunderbar, weil wir die Fotografie stark gefeatured haben. In der Stadt, die sich gerne als Metropole der Fotografie sieht, wäre ein Haus für Fotografie doch eine sehr gute Lösung.

Das dürfte aber kein Museum werden?

Lippert Was heißt schon Museum? Es gibt viele Dinge, die in ein museales Umfeld passten, das Archivieren, Sammeln und Restaurieren etwa.

Wo bleiben dann all die Dinge, die Sie erfolgreich nach vorne getrieben haben, die Mode – das Cross-over?

Lippert Das NRW-Forum wird es so nicht mehr geben. Die Konzentration auf Fotografie und neue Medien erfordert eine hohe Konsequenz.

Quelle: RP


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