Catherine Deneuve zeigt neuen Film in Venedig
VON PETER BEDDIES - zuletzt aktualisiert: 06.09.2010 - 02:30Venedig Darf bei Filmfestivals gelacht werden? Es gibt kein Stilbuch, in dem ein solches Verbot vermerkt wäre. Aber es ist nun mal Tatsache, dass bei Festspielen wie denen in Venedig sehr oft all das Elend dieser Welt ausgebreitet wird. Gerne in langen Kamerafahrten. Am Wochenende gab es nun die Ausnahme von der Regel. Eine Komödie fegte im Sturm über den Lido und eroberte alle Herzen.
Francois Ozon, der immer mal wieder hinreißende Filme wie "8 Frauen" macht und dann mit Werken wie "Ricky" gehörig daneben liegt, hat mit "Potiche" eine warmherzige Komödie geschaffen. Ozon erzählt die Geschichte einer Potiche, also einer in die Jahre gekommenen Ehefrau, die daheim wie eine Trophäe sitzt. Sehr schön anzuschauen. Aber im Wesentlichen nutzlos. Diese Ehefrau, einfach zum Niederknien gut von Catherine Deneuve gespielt, bricht nun aus ihrem Alltag aus und löst ihren Mann als Chef einer Regenschirm-Fabrik ab.
Sie bringt gehörig Schwung in das Leben aller Beteiligten. Gérard Depardieu inklusive, der den hoffnungslos Verliebten gibt. Es entspinnt sich eine Geschichte mit vielen Haken und Wendungen. Der ganze Film ist zum Bersten gefüllt mit wunderbar spitzen Dialogen. Es wird getanzt (Deneuve und Depardieu auf der Tanzfläche: das beste Paar seit John Travolta und Uma Thurman) und gesungen, geliebt und manchmal auch gelitten.
Ozon findet gar die Zeit und den Platz, einen der berüchtigten Sprüche von Frankreichs Präsident Sarkozy unterzubringen: "Wer mehr Geld haben möchte, der soll gefälligst länger arbeiten." Über dem Ganzen schwebt der Leitspruch: Lachen ausdrücklich erlaubt! Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Film noch während der Wintermonate, in denen man solche Werke sehr gut gebrauchen kann, ins deutsche Kino kommt.
Die internationalen Kritiker sind sich einig, dass "Potiche" einen Preis verdient. Am Samstag werden in Venedig die Löwen vergeben, und wie man hört, soll in den kommenden Tagen sogar noch mehr gelacht werden. Zum Beispiel über den neuen Dustin-Hoffman-Film. "Barney's Version" ist dem Vernehmen nach die sehr ungewöhnliche Verfilmung eines Comics.
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