Brücke im Mittelrheintal erlaubt
zuletzt aktualisiert: 30.07.2010 - 02:30Mainz/Brasilia (ddp/los) Das Unesco-Welterbekomitee hat gestern auf seiner Sitzung in der brasilianischen Hauptstadt Brasilia den Weg für den Bau einer Mittelrheinbrücke frei gemacht. "Die Brücke ist welterbeverträglich", sagten der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck und Verkehrsminister Hendrik Hering (beide SPD) in Mainz zu der Entscheidung. Nun könne für die Querung in der Nähe der Loreley Baurecht geschaffen werden. Der Weg für den Bau einer Mittelrheinbrücke sei damit frei, betonten Beck und Hering.
Nach Angaben des Verkehrsministeriums bestätigte das Komitee, das über die Stätten des Welterbes wacht, die Auffassung der Landesregierung, dass die Brücke am geplanten Standort zwischen St. Goar und St. Goarshausen visuell akzeptabel sei und damit dem Wert der Welterbestätte entspreche. Für die Sitzung in Brasilia war eigens eine Studie über die visuelle Auswirkung einer Rheinquerung erstellt wurden. Als Gutachter war Professor Kunibert Wachten vom Aachener Institut für Städtebau und Landschaftsplanung tätig, der im Auftrag der Unesco auch über die Auswirkungen der Waldschlösschenbrücke in Dresden geforscht hat. Die geplante Brücke im Mittelrheintal soll etwa 18 Kilometer stromabwärts vom weltberühmten Rheinfelsen der Loreley gebaut werden, der auch durch das Gedicht von Heinrich Heine zu einer Ikone der Rheinromantik wurde. Von der Loreley aus wird die Brücke – nach dem Sieger-Entwurf einer Dubliner Gruppe um den Architekten Heneghan Peng – nicht zu sehen sein.
"Das Welterbekomitee eröffnet damit einer der bedeutendsten Kulturlandschaften Deutschlands eine eindeutige und moderne Entwicklungsperspektive", betonte Beck. Eine feste Rheinquerung war zur wesentlichen Verbesserung der Infrastruktur insbesondere von Wirtschaftsverbänden seit vielen Jahren gefordert worden.
Die rheinland-pfälzische Delegation, die von Kulturstaatssekretär Walter Schumacher (SPD) geleitet wird, hat jetzt im dritten Anlauf die Unesco davon überzeugt, dass eine Brücke das Welterbe Oberes Mittelrheintal nicht nachhaltig beeinträchtigt. Ohne Erlaubnis der Unesco hätte mit dem Brückenbau die Aberkennung des Welterbetitels gedroht.
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