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"Alles wird gut" – ein Stück von Behinderten

VON REGINA GOLDLÜCKE - zuletzt aktualisiert: 25.05.2011 - 02:30

Köln "Entspannt euch, folgt eine Minute nur euren Gedanken", stimmt Niko von Glasow seine Truppe auf die Probe ein. Um den Regisseur schart sich ein Dutzend Schauspieler. Manche sitzen im Rollstuhl, andere sind blind, contergan-geschädigt, kleinwüchsig oder haben das Down-Syndrom.

Gemeinsam entwickelten sie das Stück "Alles wird gut". Premiere ist morgen beim Kölner Kulturfestival "Sommerblut" im Bürgerhaus Stollwerk. "Als Kinoregisseur fühle ich mich mit der Bühne nicht ganz so vertraut, obwohl ich das Theater liebe. Ich zögerte, das Projekt zu übernehmen", gibt Niko von Glasow zu. "Die Schauspieler überzeugten mich schließlich, sie sind mit Lust und Energie bei der Sache."

Der Domstädter, ein Spross der bekannten Kölner Verlegerfamilie Dumont war Regieassistent von Rainer Werner Fassbinder, arbeitete auch mit Regisseuren wie Alexander Kluge und Peter Zadek. Er ist selber contergan-geschädigt und thematisierte seine Behinderung in den Dokumentationen "Schau mich an" und "NoBody´s Perfect" – ein Beitrag, der vor vier Jahren den Deutschen Filmpreis gewinnen konnte.

"Alles wird gut" handelt von einem Talentshow-Casting. Auch Menschen mit körperlichen und geistigen Defekten nehmen teil. Sie werden absichtlich isoliert, später eiskalt verscheucht. Da begehren sie auf. "Ich will gewinnen", schreit Anführer Jan, schmeißt sich aus dem Rollstuhl, trommelt wütend auf den Boden. Andere tun es ihm gleich, die Situation eskaliert.

Die wuchtige Aktion überrascht sogar den Regisseur. "Jede Probe verläuft anders", staunt Niko von Glasow. "Ich gebe viel Spielraum" – und: "Das Stück muss nicht perfekt sein."

Info Das Stück ist noch bis 31. Mai zu sehen; weitere Informationen unter: www.sommerblut.de

Quelle: RP


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