kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast

Duisburg: Allerliebst: Strawinskys "Nachtigall" in Duisburg

VON WOLFRAM GOERTZ - zuletzt aktualisiert: 04.02.2012 - 02:30

Duisburg (RP). Am Anfang – wir schreiben das Jahr 1908 – klingt diese Musik wörtlich nach Debussy, den ganzen ersten Akt lang. Dann schreibt der Komponist drei der berühmtesten Ballette der Weltliteratur – und als er jenes Werk fünf Jahre später wieder auf den Schreibtisch holt, hat sich seine Sprache verändert. Igor Strawinskys Kurzoper "Nachtigall" wurde so zu einem fast zweisprachigen Kunstwerk, dessen größerer zweiter Teil unzweifelhaft nach "Sacre de Printemps" tönt.

Dieses kostbare Werk nach dem Märchen von Hans Christian Andersen, das die heilende Kraft natürlicher Gesangskunst sogar einen chinesischen Kaiser spüren lässt, hat die Rheinoper in ihrem Duisburger Haus jetzt in einer sehr sehenswerten, bildkräftigen und pfiffigen Produktion herausgebracht. Da das Märchen klanglich ebenfalls in China spielt, stand in dem Taiwanesen Wen-Pin Chien der fast ideale Dirigent am Pult der exzellenten Duisburger Philharmoniker. Er malte wie mit dem Tuschepinsel, betonte die Chinoiserien der Musik, gewährte den Holzbläsern Luft und Hauch. Es regierte der feine Geist der Delikatesse.

Auf der Bühne herrschte Gedränge, wenn die Leibeigenen des Kaisers durch den Wald stapften, aber es war eine köstliche Wuselei. Svenja Tietdt (Regie) und Tatjana Ivschina (Ausstattung) haben altes und neues China originell eingewoben, haben die Natur aus der Unterbühne aufblühen lassen, die Nachtigall sitzt in einer Luftschaukel und trällert von dort ganz vorzüglich (Iulia Elena Surdu). Der Kaiser (mit sonorer Autorität: Stefan Heidemann) singt im Schlagschatten eines überlebensgroßen Doubles, einer Statue aus Plaste und Elaste, die man eher nach Nordkorea verorten möchte. Hübsch die Idee, die zutrauliche Nachtigall anfangs in einen Käfig aus Mikrofonständern zu sperren. Später nimmt sie Reißaus (sie kann die Gegenwart einer künstlichen Nachtigall, eines Geschenks des japanischen Kaisers nicht ertragen) und kehrt nur wieder, weil der Kaiser von ihrem Gesang zu Tränen gerührt war.

Wie überzeugend diese Kombination aus musikalischer und inszenatorischer Kompetenz und Phantasie wirkte (prima auch die weiteren Sänger sowie der Chor), merkte man gestern beim kindlichen Schülerpublikum. Vor der Aufführung um 11.30 Uhr herrschte ein Kreischen, dass einem fast die Ohren abfielen. Als der Zauber auf der Bühne begann, herrschte eine Ruhe, wie sie in manchem Kinderzimmer nur eintritt, wenn da ein kleiner Patient mit 40,5 Grad Fieber im Bett liegt.

Prädikat: Sehr wertvoll!

Termine 5., 23.2., 18.3., 15., 27.4. im Theater Duisburg, ab 21.6. im Opernhaus Düsseldorf – www.rheinoper.de

Quelle: RP


Jetzt weiterlesen und die Rheinische Post testen.

 
 
Artikel der Rubrik Kultur
 
 
Links zu diesem Artikel
 
Anzeige

Möbel aus Turngeräten
Möbel aus Turngeräten
Die Möbel der Firma "Zur schönen Linde" sind aus ehemaligen Sportgerät .. mehr 
 
Möbel aus Turngeräten
Möbel aus Turngeräten
Die Möbel der Firma "Zur schönen Linde" sind aus ehemaligen Sportgerät ..
mehr 
Miley Cyrus lässt bei den Billboard Awards tief blicken
Miley Cyrus lässt bei den Billboard Awards tief blicken
In Las Vegas traf sich das Who-is-who der ..
mehr 
Bee-Gees-Sänger Robin Gibb ist tot
Bee-Gees-Sänger Robin Gibb ist tot
Er führte ein Leben für die Musik und mit ..
mehr 
Erstes ESC-Halbfinale am 22. Mai: Das sind die Teilnehmer
Erstes ESC-Halbfinale am 22. Mai: Das sind die Teilnehmer
Das sind die Teilnehmer im ersten ESC-Halbfinale
mehr 

Duett mit Jordin Sparks

Letzter Song von Whitney Houston im Netz

Drei Monate nach ihrem Tod ist der letzte aufgenommene Song von US-Sängerin Whitney Houston veröffentlicht worden. mehr

 

Eurovision Song Contest 2012

Frankfurterin half den russischen Omas

"Party for Everybody" singen sechs Omas aus Russland beim Eurovision Song Contest. Die Zeile hat sich eine Frankfurterin beim Kartoffelschälen ausgedacht. Die betagten Sängerinnen hat sie aber noch nie gesehen. von Sandra Trauner  mehr

 

Verleihung der Billboard Awards

Miley Cyrus lässt tief blicken

 
 

Musiker erliegt langem Krebsleiden

Bee-Gees-Sänger Robin Gibb gestorben

 

Eurovision Song Contest 2012

Die Favoriten beim Grand Prix

 
 

Was man zum Eurovision Song Contest wissen muss

Die größte Musik-Liveshow der Welt

Top-Services