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Arbeit mit Sorgen

VON ANDREAS HEIMANN - zuletzt aktualisiert: 01.08.2009 - 02:30

Private Sorgen sind kein Grund, nicht zur Arbeit zu gehen. Auch wer gerade vom Partner verlassen wurde, muss in der Regel weitermachen wie zuvor. Nicht immer empfiehlt es sich, Kollegen und Vorgesetzten dann gleich von den eigenen Problemen zu erzählen. Experten raten allerdings, kein falsches Spiel zu spielen und nicht zu versuchen, sich hinter einer Fassade zu verstecken, die alles so aussehen lässt wie immer.

"Ich kann jeden verstehen, der in diesen Zeiten versucht, am Arbeitsplatz nicht zu viel von sich preiszugeben", sagt die Wirtschaftspsychologin Thordis Bethlehem aus Stuttgart. "Man will nicht unangenehm auffallen und nicht aus der Masse herausragen, um sich nicht angreifbar zu machen." In den meisten Berufen sei heute die ganze Person gefordert. Und wer persönliche Probleme hat, von dem werde sofort vermutet, dass seine Arbeitsleistung darunter leidet, erklärt die Vizepräsidentin des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen. "Entscheidend ist die Frage, wie ich mich dabei fühle, wenn ich so etwas sage oder verschweige", findet Christine Öttl, Karrierecoach in München. "Das ist auch eine Frage der Persönlichkeit." Oft fühle sich der Betreffende besser, wenn er unangenehme Erlebnisse nicht verheimlichen muss.

Auch Thordis Bethlehem plädiert prinzipiell für Offenheit. "Man sollte aber abschätzen, wie die Stimmung in der Abteilung ist." Am besten sei es, zunächst zu überlegen "Hab' ich ein Team und einen Chef, wo Offenheit geschätzt wird?", empfiehlt Business-Coach Karin von Schumann. Vom grundsätzlichen Verhältnis insbesondere zum Chef hängt ohnehin viel ab: "Ist es gut, kann ich auch offen über eine schwierige private Situation sprechen."

Quelle: Rheinische Post

 
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