Nr. 371 – Ingeborg May aus Düsseldorf fragt: "Im Bekanntenkreis wurde unter schallendem Gelächter angezweifelt, dass sich das persönliche Gewicht mit zunehmender Höhe verändert, jemand in Düsseldorf bei einer durchschnittlichen Höhe von 38 Meter über Normalnull also etwas anderes wiegt als etwa auf einem Berg. Stimmt das?"
Es klingt wie ein Witz, ist aber keiner. Tatsächlich sind Masse und Gewicht nicht das Gleiche: Die Masse wirkt ortsunabhängig und wird in Kilogramm angegeben. Ein Goldbarren von einem Kilogramm hat überall auf der Welt die Masse von einem Kilogramm. Es ist ein Maß für die Trägheit: also wie viel Widerstand ein Körper einer Änderung seiner Bewegung entgegensetzt.
Die Gewichtskraft hingegen, die auf die Masse wirkt, hängt vom Standpunkt ab. Entscheidend dafür ist der Abstand zur Erdoberfläche. Denn die Gewichtskraft wird durch die Masse der Erde erzeugt. Und die Kraft, die von der Erde ausgeübt wird, nimmt mit der Entfernung ab. Am höchsten Punkt Deutschlands, der Zugspitze, ist darum nicht nur die Luft dünner – auch der Mensch wird leichter. Am Gipfel der Zugspitze sind wir um ein halbes Promille geringer als im Tal bei Garmisch-Partenkirchen. Würde ein Bergsteiger mit der Masse von 80 Kilo auf der Zugspitze auf eine Waage steigen, würde sie bei einem Höhenunterschied von rund 2200 Metern 40 Gramm weniger anzeigen als im Tal. Sein Gewicht wäre auch auf jedem Planeten unseres Sonnensystems anders, weil die Planeten unterschiedliche Massen haben: Auf dem Jupiter wäre er 192, auf der Venus 72, auf dem Mars 30,4 Kilogramm schwer. Auf der Sonne würde er so gar 2240 Kilogramm wiegen. ddt
Quelle: Rheinische Post