Des Moines/Düsseldorf Eine 13 Jahre alte Katze im US-Staat Iowa ist an Schweinegrippe erkrankt. Nach Einschätzung des US-Gesundheitszentrums (CDC) in Atlanta handelt es sich möglicherweise um den ersten Fall in dieser Tierart in den USA. "Wir wussten, dass dies mit großer Gewissheit passieren könnte", sagte CDC-Sprecher Tom Skinner.
Die Hauskatze wurde in der vergangenen Woche in der Veterinärmedizin der Staatsuniversität von Iowa behandelt und überstand die Krankheit. Zwei von drei Mitgliedern der Katzenhalter-Familie hätten eine Woche vor Erkrankung des Tieres starke Erkältungssymptome gehabt.
Die US-Gesundheitsbehörden haben den Fall jetzt zum Anlass genommen, bei Haustierhaltern besondere Vorsichtsmaßnahmen anzumahnen, damit das Virus nicht vom Menschen aufs Tier und umgekehrt springt. Auch das Impfen von Kindern könne helfen, dass das Virus nicht von Mensch auf Haustier übergeht, hieß es weiter. Allerdings gebe es für Haustiere bislang keine Impfmöglichkeit.
Hierzulande geben Experten indes Entwarnung. Nach Aussage des Instituts für Virologie am Universitätsklinikum Düsseldorf ist dieser Fall nicht verwunderlich. "Bereits bei der Vogelgrippe hatte es Übertragungen des H5N1-Erregers von Mensch auf Tier gegeben", erklärt der Virologe Ortwin Adams. Seiner Einschätzung nach ist aber nicht damit zu rechnen, dass Katzen und andere Haustiere als Verstärker der neuen Influenza eine Gefahr darstellen werden.
"Genauso wenig ist eine Verbreitung des Virus' unter Schweinen wahrscheinlich", betont Adams. Denn der H1N1-Erreger setze sich insgesamt aus acht Erbmaterial-Komponenten zusammen – nur noch eine davon stamme vom Schwein, die anderen sieben vom Menschen. Die Übertragung von Schwein auf Mensch lasse sich dabei auf eine zufällige Mutation des Erregers zurückführen. "Ein Ereignis, mit dem wir alle zehn bis 20 Jahre rechnen müssen, das allerdings einen Ping-Pong-Effekt mit der Tierwelt im großen Stil ausschließt", so Adams weiter.
Demnach sei auch der Nachweis von H1N1 bei zwei Frettchen im US-Staat Nebraska kein Grund zur Beunruhigung. Laut Institut ist hinlänglich bekannt, dass Frettchen ähnlich wie Menschen auf Grippe reagieren und in der Forschung zur Gewinnung von Antiviren eingesetzt werden. Der Kontakt Frettchen-Mensch sei zudem gering.
Quelle: Rheinische Post