Berlin. Gutverdiener sollen ab 2009 höhere Sozialbeiträge zahlen. Dafür hat sich der Schätzerkreis der Deutschen Rentenversicherung, ein Expertengremium aus bis zu zehn wechselnden Mitgliedern, ausgesprochen. Es empfahl für das kommende Jahr, die Einkommensgrenze, bis zu der die Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung ihre Beiträge bemessen, um knapp zwei Prozent zu erhöhen. Den Ausführungen des Schätzerkreises folgt die Bundesregierung üblicherweise.
Eine um zwei Prozent höhere Beitragsbemessungsgrenze entspräche bei der Renten- und Arbeitslosenversicherung einer Steigerung um 100 Euro im Westen und 50 Euro im Osten. Gutverdiener müssten dann bis zu einem Einkommen von 5400 Euro (West) und 4550 Euro (Ost) Beiträge entrichten. Daraus ergibt sich eine Mehrbelastung von 23,20 Euro im Monat, wenn von den 100 Euro 19,9 Prozent Beitragssatz in die Rentenversicherung fließen und 3,3 in die Arbeitslosenversicherung. Die erhöhten Abgaben teilen sich zur Hälfte der Arbeitnehmer und der Arbeitgeber.
Nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ sollen auch die Bemessungsgrenzen der Kranken- und Pflegeversicherung angehoben werden. Zahlenwerte liegen noch nicht vor. Derzeit ist davon auszugehen, dass der Beitragssatz zur Krankenversicherung nach Einführung des Gesundheitsfonds 2009 bei mindestens 15,5 Prozent landet. Im Juni lag er im Durchschnitt bei 13,96 Prozent. Gutverdiener mit einem Einkommen ab der Beitragsbemessungsgrenze für die Kranken- und Pflegeversicherung, die derzeit bundeseinheitlich bei 3600 Euro liegt, müssen bei einer Anhebung auf 15,5 Prozent Beitragssatz mit einer Mehrbelastung von 22 Euro monatlich rechnen, die ebenfalls zur Hälfte von Arbeitgebern und Arbeitnehmern getragen wird. Erhöht sich zusätzlich die Beitragsbemessungsgrenze um zwei Prozent auf rund 3670 Euro, würden zusätzliche Kosten von 10,22 Euro für die Kranken- und 1,51 Euro für die Pflegeversicherung anfallen.
Quelle: Rheinische Post