Berlin. Bahn-Kunden müssen sich zum Börsengang auf eine saftige Preisrunde einstellen. Die Deutsche Bahn erhöht ihre Preise im Regional- und Fernverkehr am 14. Dezember um durchschnittlich 3,9 Prozent, wie Personenverkehrs-Vorstand Karl-Friedrich Rausch mitteilte. Die Bahn plant ihren Börsengang ab Ende Oktober.
Rausch begründete den Schritt mit stark gestiegenen Rohstoff- und Lohnkosten. So sei Strom binnen Jahresfrist um 50 Prozent und Diesel für Regionalzüge um 80 Prozent teurer geworden. Im Gegenzug will die Bahn ihren Service verbessern. Im Dezember 2007 hatte die Bahn bereits die Preise um 3,6 Prozent erhöht und dies ebenfalls mit den Personalkosten begründet.
Im Einzelnen steigt der Preis der Bahncard 25 – mit 25 Prozent Ermäßigung auf den Normalpreis – für die 2. Klasse von 55 auf 57 Euro, für die 1. Klasse von 110 auf 114 Euro (siehe Tabelle). Der Partner zahlt weiterhin 10 Euro. Eine ICE-Fahrt Düsseldorf-Mannheim kostet in der 2. Klasse ohne Ermäßigung künftig 80 statt 77 Euro, nach Stuttgart 100 statt 97 Euro. Länder-Tickets werden um ein Euro, Schöne-Wochenende-Tickets um zwei Euro teurer, hinzu kommt ein um 50 Cent höherer Servicetarif beim Kauf in den Reisezentren der DB: Der Fahrkartenkauf am Schalter kostet ab Mitte Dezember 2,50 statt zwei Euro Servicegebühr. Teurer wird auch der Regionalverkehr. Hier sind die Fahrpreise seit dem Jahr 2000 um 23 Prozent gestiegen.
Fast neun von zehn Fahrkarten unterlägen Rabatten wie Bahncard, Sonderkontingenten und Sparpreisen, sagte Rausch. Dadurch falle die Preiserhöhung für die meisten Kunden moderater aus als befürchtet. Auch würden bereits mehr als die Hälfte der Bahn-Kunden ihre Karte aufschlagfrei am Automaten oder im Internet kaufen.
Rausch versprach mehr Personal an den Schaltern gerade zu Spitzenzeiten, bundesweit einheitliche und einfacher zu bedienende Fahrkartenautomaten und einen besseren Telefondienst. Unter der Nummer 01805-99 66 33 werde es ab Mitte Dezember für 14 Cent pro Minute einen Komplettservice von Fahrplanauskunft bis Kartenverkauf geben. Zudem werde das Fernverkehrs-Sonderangebot „Dauer-Spezial“ ab 29 Euro auch 2009 wieder aufgelegt. Ein neues „Spezial“ ab 49 Euro gebe es für die 1. Klasse.
Wie hoch die Mehreinnahmen durch die Preiserhöhung sind, wollte Rausch nicht sagen. Die CDU-Verkehrsexpertin Veronika Bellmann kritisierte, angesichts des gestiegenen Bahn-Unternehmensgewinns sei die Preisrunde ein fatales Signal für all jene, die wegen gestiegener Benzinpreise auf die Bahn umgestiegen seien. Kommentar
Quelle: Rheinische Post