Düsseldorf. Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) hat mit Äußerungen über rumänische Arbeiter Empörung ausgelöst. Gestern Abend entschuldigte er sich. Er habe niemanden beleidigen wollen: "Wenn das doch geschehen ist, tut mir das leid."
Im Kommunalwahlkampf hatte er am 26. August in Duisburg gesagt, im Unterschied zu den Arbeitnehmern im Ruhrgebiet "kommen die in Rumänien eben nicht morgens um sieben Uhr zur ersten Schicht und bleiben bis zum Schluss da. Sondern die kommen und gehen wann sie wollen, und sie wissen nicht, was sie tun". Hintergrund ist der Wegzug Nokias von Bochum nach Rumänien.
In Duisburg hatte Rüttgers nach Angaben aus Regierungskreisen auch die Verdienste von CDU-Oberbürgermeister Adolf Sauerland um die Anwerbung ausländischer Investoren hervorheben wollen und gesagt, wenn die Chinesen "nicht endlich in Duisburg investieren wollen, dann werden die auch noch gewürgt, solange bis sie Duisburg schön finden".
Die Opposition spricht von ungeheuerlichen verbalen Entgleisungen des Ministerpräsidenten. Das sei "die unterste Schublade des Populismus", erklärte Grünen-Landeschefin Daniela Schneckenburger und hielt ihm dessen angebliche Äußerung "Kinder statt Inder" aus dem Jahr 2000 vor. Rüttgers zeige das andere Gesicht der nur scheinbar weltoffenen NRW-CDU. Ralf Jäger (SPD) sagte, die Äußerungen lägen nahe an der Grenze zur Volksverhetzung.
Nach Darstellung der CDU hat ein Mitglied des Juso-Landesvorstands die Video-Aufnahmen gedreht, die anschließend in der SPD-Zentrale fürs Internet "frisiert" worden seien. CDU-Generalsekretär Hendrik Wüst fragt: "Was ist schlimm daran, wenn sich Jürgen Rüttgers vor die Arbeitnehmer in NRW stellt?" Es sei bezeichnend für die SPD, dass sie Rüttgers angreift, wenn er sich für die Arbeitnehmer im Land einsetzte.
Quelle: Rheinische Post