Düsseldorf. Die Landesregierung stellt sich darauf ein, dass die Schweinegrippe schlimmere Formen annehmen könnte. Bisher sei die Krankheit zum Glück überwiegend glimpflich verlaufen, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). Es sei aber möglich, dass es zu einer für den Menschen gefährlichen Veränderung (Mutation) des Virus A/H1N1 komme. Um im Ernstfall gewappnet zu sein, hat sich das Land bei zwei Arzneimittelherstellern (GlaxoSmithKline und Novartis) eine Option auf Lieferung des noch zu entwickelnden Impfstoffs gesichert. Der Ernstfall träte laut Laumann ein, wenn eine allgemeine Impfpflicht verhängt werden müsste. Da in diesem Fall der Ansturm auf den Impfstoff sehr groß wäre, wolle sich das Land bereits jetzt den Zugang sichern. Die Kosten allein für das Serum bezifferte der Minister auf 500 Millionen Euro. Hinzu kämen die Arzthonorare sowie die Spritzen, die schon jetzt für zwei Millionen Euro angeschafft würden. Wenn die Weltgesundheitsorganisation WHO das Startsignal für die massenweise Herstellung des Serums gebe, werde es aber noch rund drei Monate dauern, bis der Impfstoff in ausreichendem Maße zur Verfügung stehe. Bis alle 18 Millionen NRW-Bürger die notwendige zweite Impfung erhalten hätten, könnten bis zu drei weitere Monate vergangen sein.
Derzeit sind 105 Krankheitsfälle in NRW registriert, bundesweit sind es 203. NRW hat große Mengen der Medikamente "Tamiflu" und "Relenza" eingelagert, mit denen die Schweinegrippe gut behandelt werden könne, wie Laumann betonte. Die Vorräte reichten für ein Drittel der Bevölkerung. Damit stehe NRW bundesweit am besten da: "Wir sind gut gerüstet."
Quelle: Rheinische Post