Theo Zwanziger hat die Gunst der Stunde genutzt und ein Thema auf die Tagesordnung gesetzt, das ihm wichtig ist. Das ist ebenso legitim wie seine Forderung, Homosexualität im Profifußball aus der Tabuzone zu befördern. In einem Land mit dem Außenminister Guido Westerwelle und dem Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit sollte das selbstverständlich sein.
Das ist es aber nicht. Während es in anderen Bereichen der Öffentlichkeit zum Glück keine Rolle mehr spielt, welche sexuelle Orientierung Menschen haben, verleiht namentlich der Fußball der Homosexualität eine Bedeutung, die sie gar nicht hat. Denn bis heute steht der Beweis aus, dass ein Heterosexueller den Ball besser trifft, schneller laufen kann oder im Zweikampf die härteren Argumente findet.
Trotzdem wird Zwanzigers berechtigter Vorstoß keine durchgreifenden Änderungen herbeiführen. Niemand kann das besser beurteilen als St. Paulis Vorsitzender Corny Littmann. Das große Outing im Fußball wird ausbleiben. Denn der Erste, der sich bekennt, wird ein furchtbares Rennen mitmachen. In der Kabine und im Stadion. Diese Angst blockiert. Allen Hilfsangeboten des DFB zum Trotz. pet
Quelle: Rheinische Post