Hamburg. Michelle Obama hatgegen eine eherne Regel verstoßen – und damit geschafft, was bisher wenigen gelungen ist: Auch die britische Queen ist für Obama vom Üblichen abgewichen. Die amerikanische First Lady hatte bei dem Empfang für die G 20-Teilnehmer überraschend den linken Arm um die Schulter der Königin gelegt – Körperkontakt über Händeschütteln hinaus ist aber bei Begegnungen mit der Queen verpönt. Elizabeth II. soll kurz zusammengezuckt sein, legte dann aber auch ihren Arm um Michelle Obama und plauderte entspannt weiter – was als ungewöhnlicher öffentlicher Sympathiebeweis der 82-jährigen Monarchin gewertet wurde.
Ein Palast-Sprecher sagte dazu, er könne sich nicht an das letzte Mal erinnern, dass die Königin so offen ihre Zuneigung für einen Staatsgast gezeigt habe. "Es war eine gegenseitige und spontane Sympathiebekundung", betonte der Sprecher. Er erklärte auch, dass solche Berührungen nicht direkt verboten sind: "Wir geben keine Anweisungen heraus, die Queen nicht anzufassen."
Leicht pikiert kommentierte die "Times" die Begebenheit. Die Zeitung brachte das Foto von der Queen-Umarmung auf der Titelseite und schrieb dazu, seit das US-Präsidentenpaar in der Stadt sei, gebe es offenbar kein Protokoll mehr. Positiv kommentierte das Traditionsblatt aber, dass die Obamas von Anfang an "sehr entspannt" gewesen seien. Anderen Politikern erging es nicht so gut, als sie der Queen zu nahe kamen. Als 1992 der australische Premier Paul Keating die Königin umarmte, da verspotteten die britischen Boulevardmedien ihn in Anspielung auf das Kinderbuch "Wizard of Oz" ("Der Zauberer von Oz") als "Lizard of Oz" ("Eidechse von Oz").
Quelle: Rheinische Post